Fossiliensammlung - Mesozoikum
Dinosaurier

Szene aus dem Oberen Jura von Norddeutschland
(Quelle: by Gerhard Boeggemann, Wikimedia Commons)




Das Erdmittelalter der Erdgeschichte umfasst einen Zeitraum von ca. 252 Millionen Jahre bis 66 Millionen Jahre. Es begann nach dem größten Massensterben an der Perm/Trias Grenze. Im Mesozoikum dominierten vor allem die Dinosaurier, Pterosaurier und große Meeresreptilien die Erde, die aber zum Ende der Kreidezeit wieder ausstarben. Nur die Vögel und ihre nächsten heutigen Verwandten, die Krokodile, überlebten die Katastrophe, die wahrscheinlich durch einen Asteroideneinschlag auf der Halbinsel Yucatan ausgelöst wurde. Weitere Opfer waren die in dieser Epoche sehr erfolgreichen Ammoniten und Belemniten. Außerdem entwickelten sich in diesem Zeitabschnitt größere und kleinere Säugetiere sowie die ersten Blütenpflanzen und die meisten noch heute lebende Bäume. Das Klima war zu Beginn des Erdmittelalters heiß und trocken. Nachdem Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangaea wurde das Klima schließlich feuchter und tropischer, später zum Ende der Kreidezeit gemäßigter.


chronologisch absteigend nach Periode geordnet





JÜNGER


Kreide


145 bis 66 Millionen Jahre

Belemnitella

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Ordnung: Belemnitida
Familie: Belemnitidae

Größe: [Bild I] 2,5 cm / [Bild II & III] 2,5 cm bis 8,5 cm
Fundort: Rügen, Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland)
Alter: Oberkreide (Unteres Maastricht), ca. 66 Millionen Jahre


Belemnit1 Dieses Bruchstück eines Belemniten aus der Schreibkreide von Rügen ist mein erste eigenhändig gesammeltes Fossil. Belemnitenrostren, umgangssprachlich auch "Donnerkeile" genannt, gehören zu den häufigsten Fossilien, die man an den Steinstränden der Ostseeinsel Rügen finden kann. Trotz alledem hat die Suche ungefähr 2 Stunden gedauert. Sie gehören neben den Ammoniten zu den wichtigsten Leitfossilien.

Die neun weiteren Exemplare aus einer Grube in Norddeutschland, die auf dem 2. und 3. Bild abgebildet sind, waren Bestandteil einer Fossilien-Sammlung, die ich im Juli 2014 im Internet für nur 1 Euro käuflich erworben hatte. Höchstwahrscheinlich gehören diese sogar zu verschiedenen Arten innerhalb der Ordnung Belemnitida. Besonders das größte Exemplar, mit 8,5 cm Länge, ist beeindruckend. Wenigstens sind bei diesen Belemniten auch die Spitze der Rostren erhalten geblieben.

Belemnit2Belemnit3

Beschreibung: Versteinerte Blemniten der Schreibkreide sind meist hellbraun gefärbt, durchscheinend und besitzen ein zylinderförmiges Rostrum mit verdoppelten Rillen, wo zum Teil noch Reste von Gefäßen sichtbar sind.

Lebensweise: Diese Tintenfische lebten im Kontinentalbereich der gemäßigten und warmen Kreidemeere und benutzten ihre Tentakeln für den Beutefang.

Crania craniolaris

Stamm: Brachiopoda
Klasse: Craniata
Ordnung: Craniida
Familie: Craniidae

Größe: 1,1 cm
Fundort: Ignaberga, Skåne (Schweden)
Alter: Oberkreide (Maastrichtium), ca. 66 Millionen Jahre


Crania Dieser interessante Brachiopode aus der Oberkreide war die kostenlose Zugabe eines Fossilien-Lots, das ich im Frühjahr 2015 im Internet auf ebay ersteigert hatte. Die Gattung Crania tauchte zum ersten Mal im Zeitalter des Silurs auf. Die hier abgebildete Art wird in Skandinavien und Groß Britannien in Schichten aus der Oberkreide bis ins untere Paläogen relativ häufig gefunden. Der Name kommt von den totenkopfförmigen Muskelabdrücken im inneren der Ventralklappe her. Abgebildet ist die obere Ventralklappe dieser Brachiopodenart.

Beschreibung: Crania besitzt kleine bis zu 2 cm große annähernd kreisförmige dickwandige Kalkschalen. Die Dorsalklappe ist glatt oder hat kleinere Pusteln. Sie dient als Deckel für die Vebtralklappe, die fest am Meeresboden zementiert ist. Die Ventralöffnung ist nur im hinteren Teil befestigt und besitzt eine verdickten, rauhen und flachen Rand. Die Innenseite der Ventralklappe wird durch einen Wulst eingerahmt und besitzt eine Art Vertiefung.

Lebensweise: Crania zementiert sich fest am Untergrund und überlebte bis in die heutige Zeit.

Conophyton Stromatolith

Größe: [Bild I] 5 cm / [Bild II] 4,5 - 6,0 cm
Fundort: östliche Anden, Cochabamba (Bolivien)
Alter: Oberkreide (Maastrichtium), ca. 70 Millionen Jahre


Dieser hier auf dem 1. Bild sichtbare und auf Hochglanz polierte Stromatolithenscheibe aus Bolivien, wurde im Spätsommer 2013 bei einem Fossilienhändler im Internet käuflich erworben. Es zeigt sehr schön deutlich mehrfarbige Schichten von Kalk und geschichteten Sedimenten, die durch Mikroorganismen aufgebaut wurden. Auf dem 2. Bild sind Rohsteine des gleichen Stromatolithen abgebildet. Auch hier erkennt sehr schön die Schichtungen und Maserungen. Diese Steine wurden Anfang März von einem Mineralienhändler auf ebay günstig erworben.

Stromatolith1Stromatolith2

Stromatolithe sind knollenförmige, säulen- bis schalenförmige geschichtete Kalkgebilde, die durch marine Mikroorganismen (Cyanobaktieren) durch Fällung gelöster Stoffe (Calciumcarbonat) aufgrund von Wachstum und Stoffwechsel der Mikroorganismen gebildet werden. Sie kommen im flachen Gewässern mit hohen Konzentration von Calcium- und Hydrogencarbonat-Ionen vor. Voraussetzung für die Bildung von Stromatolithen sind Biofilme, die aus Mikroorganismen bestehen (Mikrobenmatten).
Stromatolithen gehören zu den ältesten Fossilien und existierten schon im Präkambrium vor 3,5 Milliarden Jahren. Stromatolithen gelten, zusammen mit Bändereisenerzen, als Indikatoren für das Auftreten molekularen Sauerstoffs durch Photosynthese. Sie sind wichtige Riffbildner für die Zeit vor der Entstehung von Korallenriffen im Devon. Im Präkambrium waren Stromatolithen weit verbreitet, bis ihr Vorkommen vor 700 Millionen Jahren stark zurückging. In dieser Zeit entwickelten sich die ersten mehrzelligen Eukaryoten, die die Mikrobenmatten der Stromatolithen abweideten und dadurch verdrängten.
Rezente Stromatolithen findet man heutzutage noch in wenigen ökologischen Nischen, die durch erhöhten Salzgehalt im Wasser gekennzeichnet sind. Am bekanntesten sind die Stromatolithen aus der Shark Bay des Hamelin Pools in Australien. Sie wachsen ungefähr 0,3 mm pro Jahr, so dass die ältesten Gebilde dort auf ein Alter von 3000 Jahren geschätzt werden.

Ursprünglich wurde das Alter der Stromatolithen aus Bolivien auf 2,4 Mrd. Jahre (Paläoproterzoikum) geschätzt. Damit würden die Stromatolithenscheibe eines der ältesten Fossilien in meiner Sammlung darstellen. Neuere Untersuchungen hingegen beziffern das Alter der bolivianischen Stromatolithen aus der Cochabamba Region von nur noch 70 Millionen Jahren (Oberkreide)!

Scapanorhynchus raphiodon texanus

Stamm: Chordata
Klasse: Chondrichthyes
Unterklasse: Elasmobranchii
Ordnung: Lamniformes
Familie: Mitsukurinidae


Größe: 3 cm
Fundort: Demopolis Chalk Formation, Bluffport Marl Member, Frankstown, Mississippi (USA)
Alter: Oberkreide (Campanian), ca. 75 Millionen Jahre


Diese zwei Haizähne der Art Scapanorhynchus kaufte ich im Sommer 2013 von einem bekannten britischen Fossilienhändler - www.ddfossils.com - im Internet. Es handelt sich dabei um einen im Kiefer seitlichen liegenden und vorderen Zahn der vermutlich bis zu 3 Meter langen ausgestorbenen Haiart aus der Oberkreide. Die bis ins frühe Paläogen vorkommende überaus artenreiche Heigattung lebte vermutlich in der Tiefsee. Fossilienfunde beschränken sich aber zumeist auf Zähne, die auf der ganzen Welt, mit Ausnahme von Südamerika und der Antarktis, gefunden wurden. Die meisten Funde stammen aber aus den USA, Nordafrika und Europa. Das auffälligste Merkmal dieser Gattung ist eine asymmetrische Schwanzflosse sowie ein auffälliger Schnauzenfortsatz, die mit Sinnesorganen bestückt war, um in lichtloser Umgebung zu jagen und elektrische Felder wahrzunehmen. Des Weiteren weist Scapanorhynchus Merkmale des rezenten Koboldhai auf und gehört vermutlich auch zur selben Familie.

Scapanorhynchus_aScapanorhynchus_l

Beschreibung: Die Zähne sind in der Seitenansicht S-förmig geschwungen. Die Außenseite ist glatt. die Innenseite gerieft. Die Wurzel ist gabelförmig gespreizt.

Lebensweise: Die Haiart lebte vermutlich in vopllständiger Dunkelheit tieferen Gewässern und ernährte sich von kleineren Fischen.

Dastilbe

Stamm: Chordata
Unterklasse: Osteichthyes
Ordnung: Gonorynchiformes
Familie: Chanidae

Größe: 3 cm
Fundort: Brasilien
Alter: Oberkreide, ca. 80 Millionen Jahre


Knochenfisch Diesen kleinen, versteinerten Fisch habe ich 1999 in meinem Sommerurlaub im Souvenir-Shop des Naturkundemuseums Siegsdorf im Chiemgau käuflich erworben. Die Skelettstruktur des Schwarmfisches hat sich nach seinem Tod im Sediment sehr gut erhalten und ist überaus detailliert und ausgeprägt, was auf die schnelle Sedimentation und Feinkörnigkeit des Materials zurückzuführen ist. Auf der Rückseite der Platte ist noch ein weiteres Fragment eines Fisches derselben Art vorhanden.

Lebensweise: Wahrscheinlich lebte diese Fischart in Schwärmen.

Stromatolith- oder Stromatoporen-Kolonie neu

Größe: 11 x 6,5 cm
Fundort: Tegana Formation, Saf-Saf bei Erfoud, Meknes-Tafilalet (Marokko)
Alter: Oberkreide (Cenomanium), ca. 95 Millionen Jahre


Stromatolith Dieses etwas eigentümlich, nach einer Knolle, aussehende Gebilde, das ich Ende Februar 2016 von einem privaten Fossiliensammler auf ebay erstanden habe, ist ein versteinerter Stromatolith bzw. eine Stromatoporen-Kolonie aus Erfoud Marokko (die genaue Einordnung ist noch nicht eindeutig geklärt). Es stammt aus der unteren Oberkreide vor 95 Millionen Jahren. Diese Stromatolithen aus der Sahara, die bei Fossilienhändlern sehr häufig angeboten werden, sind biogene Sedimentstruktur, die durch Cyanobakterien gebildet und mit rotem Sand in Kalkstein gebunden wurden. Häufig findet man diese Knollen an Fundstellen, die als komplette Stromatolithen-Riffe aufgeschlossen sind. Deren Größe reichen von etwa faustgroßen Exemplaren bis zu kleinwagengroßen Biothermen.

Stromatolithen sind die ältesten makroskopischen Zeugnisse primitiven Lebens auf der Erde und stammen aus einer Zeit von vor 3,46 Milliarden Jahren!

Cleoniceras besairiei

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Hoplitidae

Größe: [Bild I] 4,0 cm / [Bild II] 3,5 cm / [Bild III] 8,0 cm
Fundort: Mitsinjo bei Mahajanga, NW-Madagaskar
Alter: Obere Unterkreide (Albium), ca. 105 Millionen Jahre


Cleoniceras1 Diesen hübschen und aufgeschnittenen Ammoniten aus der Oberkreide von Madagaskar fand ich im Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald (Oberbayern). Die aufgeschnitten Innenflächen sind poliert, so dass sein gekammertes Inneres deutlich sichtbar wird. In den Kammern sind farbenprächtige Calcitkristalle erkennbar, die von den einzelnen Geoden des Ammoniten unterbrochen werden. Zum Teil sind auf der Schale noch die Lobenlinien erkennbar.
Auch auf dem 2. Bild ist ein Cleoniceras abgebildet, der in dieser Form als "Perlmutt-Ammonit" sehr häufig bei Fossilienhändler angeboten wird. Dieses polierte Exemplar habe ich im Juni 2013 von einem Fossilienhändler auf ebay käuflich erworben. Die Schalen dieser Ammoniten sind oft nicht gut erhalten. So werden sie vor dem Verkauf von den Einmheimischen bearbeitet und von Hand geschliffen, um sie ansehnlicher zu machen.

Cleoniceras2Cleoniceras3
Auch der 3. Ammonit ist ein Cleoniceras aus Madagaskar, den ich im März 2015 ebenfalls auf ebay käuflich erworben habe. Es handelt sich dabei um ein besonders hübsches und Handteller großes Beleg dieses Ammoniten, der zahlreiche Muster und Farben in den einzelnen Kammern zeigt. Ammoniten der Art Cleoniceras werden sehr häufig in Europa, Madagaskar und in der Transkaspischen Region Russlands gefunden.

Jura


201 bis 145 Millionen Jahre

Pavlovia iatriensis

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Dorsoplanitidae

Größe: 4,5 cm
Fundort: Siranpaul-Region, Polar-Ural (Rußland)
Alter: Oberjura (Malm), ca. 145 Millionen Jahre


PavloviaDieses wunderbar erhaltene und beeindruckende Exemplar eines Ammoniten der Art Pavlovia, habe ich im Sommer 2013 recht günstig käuflich erworben. Normalerweise sind diese Ammoniten im Verkauf deutlich teurer, weil die Ausfuhr von Fossilien aus Rußland verboten ist. Deshalb sind keine weiteren Exemplare mehr zu erwarten. Die Ammoniten sind berühmt für ihre deutlich gerippte Schale. Somit sind diese Fossilien ein schöner Blickfang in jeder Fossiliensammlung.

Beschreibung: Das Gehäuse ist offen und evolut und besitzt gerundeten Windungen sowie verzweigte Rippen.

Lebensweise: Die Gattung lebte in den Meeren des Oberjura.

Perisphinctes

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: [Bild I] 3 cm / [Bild II]4,5 cm
Fundort: Ron, Südfrankreich
Alter: Oberjura, ca. 150 Millionen Jahre


Diese Ammonitenart wird häufig und recht preiswert von Fossilienhändlern angeboten. So auch dieses kleine aber schöne Exemplar (linkes Bild), den mir mein Bruder aus Cottbus mitgebracht hat. Die Verwandschaft zu Orthosphinctes ist recht auffällig und ähnlich wie dieser Ammonit, ist es ein typisches Leitfossil des Oberjura. Der zweite Perisphinctes aus dem warmen Ozean der Tethys, der leider nicht sehr gut präperiert wurde, war ein Geschenk von meinem Astrokumpel Mario zum Geburtstag.

Perisphinctes 1Perisphinctes 2

Beschreibung: Das Gehäuse ist symmetrisch und relativ flach. Der Windungsquerschnitt ist rechteckig mit abgerundeten Kanten. Es handelt sich um eine relativ evolute Form mit einem weiten und tief liegenden Nabel. Die Rippen sind abgerundet und gabeln sich in der Nähe der Externseite.

Lebensweise: Diese Ammonitart lebte in kälteren und seichten Gewässern.

Seeigel

Stamm: Echinodermata
Klasse: Echinoidea
Ordnung: Classiduloida
Familie: ?

Größe: 4,5 cm
Fundort: Madagaskar
Alter: Oberjura, ca. 150 Millionen Jahre


SeeigelVersteinerte Seeigel werden ebenfalls relativ preisgünstig bei diversen Fossilienhändlern angeboten, da sie mit zu den am häufigsten gefundenen Fossilien zählen. Diese meist benthisch lebenden Tiere besaßen unter der Haut ein Innenskelett aus Kalzitplatten und waren teilweise mit Gelenkshöckern und beweglichen Stacheln versehen. Dieses hübsche Exemplar eines Seeigels habe ich im Juli 2011 im Naturkundemuseum in Siegsdorf (Chiemgau) käuflich erworben.

Beschreibung: Das Gehäuse ist symmetrisch, oval und leicht kegelförmig mit flacher Oralseite. Die Poren sind reihenförmig angeordnet und strahlen vom Periprokt aus. Die Ambulakralfelder zeigen die Form länglicher Blütenblätter. Diese treffen sich an der Dorsalseite ohne sich zu verbinden.

Lebensweise: Diese Art von Stachelhäuter lebte in tropischen Gewässern wahrscheinlich am Meeresgrund eingegraben.

Subplanites rueppelianus

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: 10,5 cm (Matrix 20 cm)
Fundort: Langenaltheim bei Solnhofen (Deutschland)
Alter: Oberjura (Malm zeta 2, Tithonium), ca. 150 Millionen Jahre


Subplanites Diese schöne Platte aus dem Solnhofner Plattenkalk konnte ich besonders günstig im Februar 2014 auf ebay ersteigern. Es zeigt einen klassischen Ammoniten der Art Subplanites rueppelianus (QUENSTEDT 1888) mit Mündungsöffnung (Peristom), der im Plattenkalk sehr häufig gefunden wird. Ammoniten dieser Art erreichen Durchmesser bis zu 20 cm. Links neben und vor allem unterhalb des Ammoniten erkennt man auf der Platte so gennate Dendriten. Dabei handelt es sich um Eisen- und Mangangverbindungen, die durch Diffusion enstanden sind und Abdrücke von Pflanzen vortäuschen können. Des Weiteren scheint die Plate geklebt worden zu sein.

Der berühmte Steinbruch in der Frankenalb gehört übrigens zu den bedeutensten Fossilienlagerstätten, mit mehr als 700 Arten, weltweit. Dort wurden zum Beispiel 11 Exemplare des berühmten Urvogels Archaeopterix gefunden, der ein Bindeglied zwischen Dinaosurier und Vögel darstellt.

Nautilus sp.

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Nautiloidea
Ordnung: Nautilida
Familie: Nautilidae

Größe: 7,0 cm
Fundort: Kirchhaim am Ries, Baden Würtemberg (Deutschland)
Alter: Oberjura (Malm gamma-delta, Tithonium), ca. 150 Millionen Jahre


NautilusDiesen Nautiliden aus Baden Würtemberg kaufte ich im Februar 2014 zusammen mit einer Ammonitenplatte aus Solnhofen. Am unteren Teil des Nautilden sind noch Anwachslinien des Tieres erkennbar. Am oberen Teil der Schale hat sich vermutlich ein kleiner Belemnit "verewigt".

Trotz einiger ähnlicher Merkmale, stellen die Nautiliden eine eigene Gruppe der Kopffüßer (Cephalopoden) dar und gehören nicht zu den Ammoniten. Die Nautoliden sind so genannte "Lebende Fossilien" - rezente Relikte ansonsten ausgestorbener Tiergruppen. Die einzig überlebende Gattung der Nautiliden, das Perlboot, kommt heutzutage nur in den tropischen Meeren des westlichen Pazifiks und in einigen Bereichen des Indischen Ozeans vor. Die ersten Vertreter dieser Ordnung sind seit dem Ordovizium bekannt. Die Artenvielfgalt ging dann in der Zeit der Trias zurück. Im Gegensatz zu den Ammoniten, überlebten einige Arten der Nautiliden das Massensterben an der Kreide/Teritär-Grenze vor 65 Millionen Jahren. Sie sind die einzigen lebenden Kopffüßer, die mit einem vollständigen Außenskelett umgeben sind. Fossil überlieferte Nautiliden wurden übrigens auf der ganzen Erde gefunden.

Beschreibung: Die Schalenoberfläche ist meist glatt, gelegentlich auch spiralförmig gestreift und ohne Kiel. Die Schale besteht aus einer Wohnkammer und vielen kleineren Kammern mit kleinem Nabel. Die Kammerscheidewände sind stark gewellt. Der Sipho, ein schlauchähnliches Röhrchen, verläuft bei Nautiliden im Inneren der spiralförmigen Schale - im Gegensatz zu den Ammoniten, deren Sipho an der Außenkante entlang verläuft. Es diente zur Fortbewegung des Tiers, wobei Wasser nach dem Rückstoßprinzip ausgestoßen wurde.

Lebensweise: Nautiliden lebten in tieferen Gewässern in bis zu 500 Metern Tiefe. Sie ernährten sich von kleinen Krebsen und vor allem von Aas.

Aulacostephanus

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: 5 cm
Fundort: Treuchtlingen bei Solnhofen (Deutschland)
Alter: Oberjura (Kimmeridgium), ca. 152 Millionen Jahre


AmmonitDer sog. Treuchtlinger Marmor (aus der Region Treuchtlingen im Altmühltal) ist eine sehr feinkörniger und massiver Kalkstein, der oft zu Fensterbänken, Fliesen und Treppen verarbeitet wird. In diesem Kalkstein findet man häufiger Fossilien und Belemniten in geschnitten und poliertem Zustand. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich diesen aufgeschnittenen Ammoniten von meinem Astrofreund Horst Lindberg erhalten habe, der ihn im Ausschuss seines Arbeitgebers (Steinmetzbetrieb, Grabmale und Bau Willi Weber, Lübben) gefunden hat.
Den entscheidenden Hinweis auf den Fundort und die Art des Ammoniten erhielt ich übrigens von Daniela Rachul von www.tethys-fossilien.de.

Orthosphinctes

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: 7,5 cm [Bild I] / 4,5 cm [Bild II] / 9,5 cm [Bild III] / 10,5 cm [Bild IV]
Fundort: Gräfenberg, Bayern [Bild I] / Fränkische Alb - 18.4.1996 [Bild II] /
Hartmannshof, Mittelfranken, Bayern [Bild III] / Kirchheim am Ries [Bild IV]
Alter: Oberjura (Malm gamma-delta), ca. 150 Millionen Jahre [Bild I, II, IV]
Oberjura (Kimmeridgium), ca. 155 Millionen Jahre [Bild III]


Das erste Bild zeigt ein sehr schönes, nahezu makelloses und vor allem heimisches Exemplar eines echten Ammoniten aus dem Oberjura, der schön aus seiner Matrix herausgearbeitet wurde. Erworben habe ich den Ammoniten im Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald (Oberbayern). Das zweite Exemplar, der selben Art habe ich ebenfalls im Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald erstanden. Auf Grund seiner äußeren Merkmale vermute ich, dass es ebenfalls zur Art Orthosphinctes gehört. In der Matrix selber erkennt man noch weitere Abdrücke und Fragmente von Ammoniten.

Orthosphinctes 1Orthosphinctes 2

Das dritte Exemplar der Ammonitenart Orthosphinctes aus dem Oberjura ist ein so genannter pathologischer Orthospinctes, der sichtbare Veränderungen in Form von Deformationen an den Rippen und eine Gehäuseverkrümmung zeigt. Das Exemplar wurde sehr schön aus der Matrix herausgearbeitet und gehört zu den größten und interessantesten Ammoniten in meiner Sammlung. Es wurde im Sommer 2013 im Internet käuflich erworben.
Und auch beim vierten Exemplar handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Orthospinctes, den ich im Frühjahr 2014 auf ebay für sehr wenig Geld gekauft hatte. Auch dieses Exemplar ist ein so gennanter Pathologischer, da der Ammonit ebenfalls eine ungewöhnliche Deformation der Schale aufweist. Am vorderen Ende gibt es eine Art Furche, die wahrscheinlich durch eine Verletzung in jüngeren Jahren verursacht wurde. An dieser Stelle ist der Querschnitt etwas verbreitert. Der Ammonit gehört ebenfalls zu den größten in meiner Sammlung.

Orthosphinctes 3Orthosphinctes 4

Beschreibung: Das Gehäuse ist flach, symmetrisch mit hochovalen Windungen und vergabelten Radialrippen. Es besitzt eine evolute Form mit einem tief sitzenden Nabel.

Lebensweise: Man vermutet, dass diese weit verbreiteten Kopffüßer Fleischfresser waren, die jagten aber auch Aas nicht verschmähten.

Kosmoceras spinosum

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Kosmoceratidae

Größe: 2,3 cm
Fundort: Gruibingen, A8-Bau, Baden Würtemberg (Deutschland)
Alter: Mittlerer Jura, Dogger Zeta (Oberes Callovium), ca. 164 Millionen Jahre


KosmoscerasDieser hübsche Kosmoceras spinosum (WAAGEN, 1865) aus dem braunen Jura von Deutschland kaufte ich im Februar 2016 von einem bekannten Fossilienhändler auf ebay. Es ist bisher mein einziger Ammonit der Gattung Kosmoceras. Auffällig an diesem schon ausgewachsenen Exemplar ist, dass die Schale pyritisiert wurde und in einer dunkleren Kupferfarbe glänzt.
Im mittleren Jura herrschte warmes Klima und Ammoniten sind dort wichtige Leitfossilien. So auch unser abgebildete Kosmoceras, die in Europa reichlich vorkamen. Interessant ist der Umstand, dass Kosmoceratiden einen ausgeprägten Sexualdimorphismus besitzen und somit leicht zu unterscheiden sind. Die Gattung zählt zu den bekannten paläontologischen Beispielen für eine ausgeprägte Evolution, die sich auf allmählich verändernde Gehäusemerkmale innerhalb einer Invertebratengattung konzentriert. Auf einzelnen Knoten, die auf der Schale sichtbar sind, saß ursprünglich ein deutlich ausgeprägter Stachel.

Beschreibung: Die Schale ist mäßig ovolut und besitzt eine einfache Rippung, die durch eine unregelmäßige Reihe von laternen Tuberkeln unterbrochen werden. Starke ventrale Tuberkel sind durch eine glatte Depression entlang der Felge getrennt. Der Nabel ist schmal bis breit.

Parkinsonia arietis

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Parkinsoniidae

Größe: 4 cm
Fundort: Evrecy, SW Caen, Dept. Calvados (Frankreich)
Alter: Mittlerer Jura, Dogger (Oberbajocium), ca. 168 Millionen Jahre


ParkinsoniaDieser hübsche und nahezu makelose Exemplar eines Ammoniten der Art Parkinsonia arietis (WETZEL), wurde im Sommer 2013 käuflich erworben und zeigt wunderschön die ausgeprägte Rippung, die bis ins Zentrum hinein verfolgt werden kann.
Parkinsonia gehört zu den häufigsten Ammoniten des mittleren Juras in Europa, Asien und Afrika und ist in der Stratigraphie ein bedeutendes Leitfossil.

Beschreibung: Die Schale ist flach, scheibenförmig und involut und zeigt einen engen tiefen Nabel. Die Wände der Umgänge sind schwach und ebenmäßig konvex mit runder Bauchseite. Die Ornamierung besteht aus dicken Querrippen, die sich an der Außenseite gabelig teilen. Die Bauchseite besitzt eine tiefe, glatte Furche.

Pleurotomaria

Stamm: Mollusca
Klasse: Gastropoda
Ordnung: Prosobranchia
Familie: Pleurotomariidae

Größe: 2,3 cm
Fundort: Sengenthal, Oberpfalz (Deutschland)
Alter: Mittlerer Jura (Dogger), ca. 170 Millionen Jahre


Pleurotomaria Diese hübsche Exemplar einer Gastropode habe ich von einem privaten Anbieter auf ebay gekauft. Es stammt aus dem mittleren Jura der Oberpfalz in Bayern. Die Gattung Pleurotomaria, die an den Küsten Japans und Westindiens lebt, gibt es auch noch in unserer Zeit. Damals, in den Jura- und Kreidemeeren, kam diese Gattung sehr häufig vor.

Beschreibung: Die spitz zulaufende rechtsgewundene Schale ist breit und konisch. Das Schlitzband ist deutlich ausgebildet. Sie besitzt konvexe Windungen, die durch eine Naht getrennt ist. Das Gehäuse ist mit feinen fadenartigen Rippen verziert. Die Schale ist quer gerippt mit ganzen Reihen regelmäßiger Höcker oder glatt.

Lebensweise: Kreiselschnecken kamen weltweit vor und lebten in den warmen und sauerstoffreichen Kontinentalrändern der Meere. Es handelt sich um Pflanzenfresser, die den Meeresboden nach Fressbarem abweideten.

Hildoceras sp.

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Hildoceratidae

Größe: [Bild I] 5,5 cm / [Bild II] 4 cm / [Bild III] 2,2 cm / [Bil IV] 1,0 cm
Fundort: Ilminster, Yorkshire, England (GB) / Provence, Süd-Frankreich
Alter: Unterer Jura (Mittel-Toarcium), ca. 178 Millionen Jahre
Unterjura (Lias, Toarcium), ca. 175 Millionen Jahre


Hier sind zwei aufgeschnittene Hildoceras aus England, die ich zusammen im Frühjahr 2014 auf ebay erworben habe. Bei beiden Exemplaren ist die Kammerung deutlich zu erkennen. Bei dem kleineren Exemplar sind in den einzelnen Kammern deutlich sichtbare Kalzitkristalle vorhanden. Hildoceras wurden in Ablagerung in Nordafrika, Europa, Kaukasus und besonders im Osten Englands, in der Gegend um Yorkshire, sehr häufig gefunden und gelten als ausgezeichnete Leitfossilen des höheren Unterjuras. Die Gattung wurde nach der Heiligen der römisch-katholischen Kirche St. Hilda von Whitby aus dem 7. Jahrhundert benannt. An der Küste von Yorkshire findet man häufig Ammoniten dieser Art.

Hildoceras1Hildoceras2

Auf dem 3. und 4. Bild sind kleinere Hildoceras aus Südfrankreich abgebildet, die von einer Sammlungsauflösung entstammen. Ich kaufte die Ammoniten im Winter 2016 auf ebay für einen guten Preis. Leider ist das kleinere Exemplar nicht so gut erhalten, besitzt es doch eine Größe von nur 1 cm. Das größere Exemplar ist zumindest sehr gut erhalten.

Hildoceras 3Hildoceras 4

Beschreibung: Das evolute Gehäuse ist klein bis mittelgroß symmetrisch mit einer Spiralfurche. Die Spiralfurche verläuft auf der Flankenmitte und ist glatt und flach. Außen sind kräftige nach vorne in Richtung der Mündung gerichtete Sichelrippen erkennbar. Der Nabel ist weit und tief. Die Umgänge haben einen abgerundeten rechteckigen Querschnitt.

Lebensweise: Hildoceras lebte in den Schelfmeeren des Unterjuras und war ein mäßiger Schwimmer.

Cotteswoldia sp. | Pleydellia sp.

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Hildoceratidae

Größe: 2,0 bis 1,4 cm
Fundort: Jurensismergel, Tongrube Mistelgau, Bayern (Deutschland)
Alter: Unterjura (Lias zeta), ca. 178 Millionen Jahre


Cotteswoldia_PleydelliaDiese 5 pyrisierten Ammoniten aus der Familie der Hildoceratidae stammen aus der berühmten Tongrube Mistelgau und im Frühjahr 2015 für einen guten Preis auf ebay ersteigert. Bis zum Jahr 2005 diente die Tongrube als Rohmaterial für die Ziegelherstellung. Allerdings ist sie vor allem durch ihre reichen Fossilienfunde berühmt und machte sie zu einer der bedeutensten Fundstellen in Europa. Die hier abgebildeten Ammoniten werden, neben den Überresten von Fischsauriern, Meereskrokodilen, Belemniten, Fischen und Muscheln, sehr häufig gefunden. In der Wissenschaft wird diskutiert, ob es sich bei Cotteswoldia und Pleydellia um die selbe Art handelt und ein so genannter Dimorphismus - das Auftreten von zwei deutlich verschiedenen Erscheinungsformen bei derselben Art - vorliegt.

Zur Zeit des Unterjura war Oberfranken durch den Tethysozean von einem flachen Meer überflutet, wo vor allem in den lichtdurchfluteten Bereichen eine reiche Artenvielfalt herrschte. Aufgrund geringer Wasserbewegung, waren die unteren Bereiche des Meeres sehr sauerstoffarm, so dass abgestorbene Lebewesen, so auch unsere Ammoniten, nicht verwesen und somit wunderbar erhalten bleiben konnten.

Pleuroceras spinatum

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Amaltheidae

Größe: [Bild I] 4,0 cm / [Bild II] 2,8 cm / [Bild III] 3,4 cm / [Bild IV] 2,0 cm / [Bild V] 3,4 cm /
[Bild VI] 2,8 cm / [Bild VII] 3,5 cm / [Bild VIII] 2,0 cm
Fundort: Tongrube Unterstürming bei Forchheim / Buttenheim, Oberfranken, Bayern (Deutschland)
Alter: Unterjura (Oberes Pliensbachium, Lias delta), ca. 185 Millionen Jahre


Die ersten beiden Bilder zeigen Negativabdrücke von Pleuroceras spinatum aus Unterstürming in Oberfranken, die ich im Anfang 2014, zusammen mit anderen Fossilien, im Internet zu einem überaus günstigen Preis erworben habe. Dies ist die Gegenseite im Gestein wo ein Ammonit inneliegend war. Die Steinschale wurde mit einer Messingbürste ausgebürstet, damit man den wunderschönen pyritisierten Abdruck des Pleuroceras-Ammoniten besser erkennen kann. Die Tongrube von Unterstürming ist heutzutage rekultiviert, so dass dort leider keine Pleuroceraten mehr gefunden werden können. Das Besondere an diesen beiden Ammoniten ist, dass diese pyritisiert sind und eine goldene Färbung aufweisen.

Pleuroceras1Pleuroceras2

Das 3. Bild zeigt ebenfalls einen Pleuroceras spinatum, diesmal als Positivabdruck, aus Unterstürming. Diesen Altfund habe ich im Februar 2015 von einem Fossilienhändler auf ebay käuflich erworben. Zwischen den einzelnen Rippen befindet sich deutlich lockeres Material, das die Konsistenz von Kreide besitzt und dem Ammoniten seine typische weiße Farbe gibt. Im 4. Bild ist ein deutlich kleineres Exemplar von Pleuroceras abgebildet. Das Fundstück wurde aufgeschnitten und poliert, so dass man hier sehr gut die pyritisieren Kammerwände und Calcitablagerungen innerhalb der Kammern erkennen kann. Dieses Exemplar war Bestandteil eines Fossilien-Konvoluts, dass ich im Sommer 2013 im Internet erworben habe.

Pleuroceras3 Pleuroceras4

Und auch die Bilder 4 - 8 zeigen Ammoniten der Art Pleuroceras spinatum aus Buttenheim in Oberfranken. Dieses 4-teilige Fossilienlot wurde Ende März 2016 auf ebay für einen günstigen Preis von einem privaten Anbieter ersteigert. Leider sind einige Exemplare nicht so gut erhalten und zeigen mitunter Beschädigungen. Das größte Exemplar davon ist 3,5 cm groß. Die Unterjura-Tongrube bei Buittenheim ist momentan noch der einzige Lias-Aufschluss in dieser Region, so dass Funde von Pleuroceraten dort und in Zukunft noch sehr häufig vorkommen.

Pleuroceras5Pleuroceras6

Pleuroceras ist ein typisches Leitfossil des Pliensbachium (Unterjura) und kommt recht häufig� im Norden Mitteleuropas und in Nordafrika vor.

Pleuroceras7Pleuroceras8

Beschreibung: Die mit starken Radialrippen ornamierte Schalen sind evolut und besitzen einen relativ weiten und tiefen Nabel. Die Rippen biegen sich leicht in Richtung Schalenkante nach vorn und enden am Ventralrand in einem Höcker. Der Windungsquerschnitt ist nahezu rechteckig.

Acrocoelites sp. (?)

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Ordnung: Belemnitida
Familie: Belemnitidae

Größe: 9,5 cm
Fundort: Holzmaden, Schwäbische Alb (Deutschland)
Alter: Unterjura (Lias), ca. 190 Millionen Jahre


AcrocoelitesDieser pyritisierte Belemnit der Art Acrocoelites aus dem berühmten Ölschiefer von Holzmaden, kaufte ich im Februar 2014 im Internet und war Bestandteil eines preiswerten Fossilien-Konvoluts. Die Belemniten werden im Volksmund auch "Donnerkeile" genannt und gehörten zu der Gruppe der Kopffüßer. Die Belemniten starben zum Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren aus. Auf der Matrix selber sind noch einige Posidonienmuscheln abgebildet, die den berühmten Schiefer seinen Namen gegeben haben. Leider fehlt bei diesem Belemniten die Spitze, die wahrscheinlich bei der Bergung des Fossils aus dem Gestein oder anderweitig verlorengegangen ist.

Lebensweise: Die fleisch fressenden Blemniten lebten wahrscheinlich in Schwärmen in den Küstenbereichend der Meere nahe an der Oberfläche. Sie waren im Erdmittelalter weit verbreitet und dienen als wichtige Leitfossilien.

Dactylioceras commune

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Dactylioceratidae

Größe: [Bild I] 4,5 cm / [Bild II] 4,5 cm / [Bild III] 3 cm / [Bild IV] 3,5 cm (Matrix: 25 cm)
Fundort: Dotternhausen, Schwäbische Alb [Bild I] / Holzmaden, Schwäbische Alb [Bild II bis IV] (D)
Alter: Unterjura (Lias), ca. 190 Millionen Jahre


Dactylioceras 1 Auf dieser Schieferplatte (Bild 1) sind gleich zwei mehr oder weniger gut erhaltene Exemplare der Gattung Dactylioceras abgebildet. Außerdem sind noch ein weiterer Ammonit einer anderen Gattung sowie diverse Bruchstücke weiterer Meeresbewohner aus dem unteren Jura von Baden-Würtemberg enthalten. Erworben habe ich die Platte im Juli 2011 im Naturkundemuseum in Siegsdorf (Chiemgau).
Auf der zweiten Schieferplatte (Bild 2) ist ein sehr gut erhaltener positiver Abdruck eines Dactyloceras aus dem berühmten Posidonienschiefer von Holzmaden abgebildet. Das schwarze Sedimentgestein aus dem Unterjura ist besonders bekannt für seine zahlreichen Funde von Muscheln, Ammoniten, Seelilien, Fischen und Fischsaurier. Das hier abgebildete und besondes schöne Stück wurde im Juni 2013 im Internet käuflich erworben.

Dactylioceras 2Dactylioceras 3

Das 3. Exemplar eines Negativabdrucks von Dactyloceras war Bestandteil eines hübschen Fossilien-Lot, den ich im Frühjahr 2014 günstig auf ebay erworben habe. Das gute Stück ist mit der Platte auf Bild 1 vergleichbar.

Dactylioceras 4Dactylioceras 4

Auf die die 4. Matrix mit Dactyloceras commune bin ich besonders Stolz: Es ist eine sehr große und ca. 1 kg schwere Platte die ebenfalls aus dem Posidonienschiefer von Holzmaden stammt. Bei genauem Hinsehen erkennt man sogar noch einige Übereste der Posidonienmuscheln, die den Schiefer den Namen gegeben haben. Hier sind gleich einige Dutzend Ammoniten verschiedener Größen (0,5 bis 3,5 cm) abgebildet, die alle derselben Art angehören. Vom Vorbesitzer, den ich die Platte für 2 EUR abkaufte, wurde die Ammoniten-Art inkorrekterweise als Lytoceras deklariert.

Beschreibung: Dactylioceras besitzt stark involute Schalen. Die Rippen sind eng benachbart und teilen sich zum Teil in zweier und dreier Ästen auf. Sie sind einfach oder in der Nähe der Umgangsenden gegabelt. An der Bauchseite werden die Rippen zu geraden Linien oder krümmen sich leicht nach vorn.

Lebensweise: Die Gattung Dactylioceras war im Unterjura weit verbreitet, lebte in der Nähe des Meeresbodens und war ein langsamer Schwimmer.

Gryphaea arcuata

Stamm: Mollusca
Klasse: Bivalvia
Ordnung: Ostreoida
Familie: Gryphaeidae

Größe: 5,5 cm
Fundort: Deutschland
Alter: Unterjura (Sinemurium), ca. 195 Millionen Jahre


Diese beiden Exemplare von Gryphaea erwarb ich im Winter 2014 zusammen mit einem Fossilien Konvolut recht günstig bei ebay. Ihr Fundort ist mir nicht bekannt. Die beiden ausgestorbenen mit den Austern verwandten Arten sind unterschiedlich gut erhalten und werden sehr häufig in den Schichten des Jura in West- und Mitteleuropa, Amerika und Asien gefunden. Sie gelten deshalb als perfekte Leitfossilien. Leider besitzt keine mehr den flachen Verschlussdeckel.

Gryphaea1Gryphaea2

Verwandte dieser Gattung aus der Familie Gryphaeidae sind heutzutrage in den Ozeanen weit verbreitet. Aufgrund ihres Aussehens wurden sie im Volksmund auch als "Teufels Zehennagel" bezeichnet. Stratigraphisch gesehen reichte ihr Vorkommen vom mittleren Trias vor 235 Millionen bis ins Paläogen vor 34 Millionen Jahren! Einige Arten dieser Gattung entwickelten Schalen bis zu einer Größe von 16 cm.

Beschreibung: Die linke Klappe ist konvex und wird mit einer flachen konkaven rechten Klappe verschlossen. Die Muschelschale ist dickwandig und besitzt auffallend symmetrische Anwachsstreifen. Das Schloss besitzt keinerlei Zähne.

Lebensweise: Die Muscheln bildeten auf dem schlammigen Meerersboden von Flachmeeren in den küstennahen Brandungszonen kleine Kolonien. Dabei war die gebogene linke Schale in der Jugend am Meeresboden verankert. Später liegt die Muschel frei am Sediment auf. Der Flache Deckel war offen, so dass die Muschel Nahrung aus dem Wasser filtrieren konnte.

Trias


252 bis 201 Millionen Jahre

Punctospirella fragilis | Plagiostoma striatum

Stamm: Brachiopoda | Mollusca
Klasse: Rhynchonellata | Bivalvia
Ordnung: Speriferida | Limoida
Familie: Pennospiriferinidae | Limidae

Größe: 2 cm & 1,5 cm
Fundort: oberer MuKa (Muschelkalk), Eschenau/Vellberg, Baden-Würtemberg (Deutschland)
Alter: Mitteltrias (Ladinium), ca. 235 Millionen Jahre


PunctospirellaHier ist eine schöne Platte aus dem Oberen Muschkalk von Eschenau, die ich im Sommer 2014 auf ebay günstig erworben habe. Auf der Platte haben sich ein Exemplar von Plagiostoma striatum und mehrere Exemplare der Art Punctospirella fragilis erhalten. Auffällig an dieser Platte sind einzelnen Pyrit-Kristalle, die in der Matrix eingeschlossen sind.
Die Brachiopode Punctospirella fragilis und die Feilenmuschel Plagiostoma striatum sind oft zusammen mit der Crinotide Encrinus iiliiformis vergesellschaftet. Punctospirella ist nebebei, aufgrund ihres kurzeitigen Vorkommens im Trias, ein wichtiges chronostratigraphisches Leitfossil in der so genannten Spiriferinabank des unteren Oberen Muschelkalks. Plagiostoma tritt im Trochitenkalk relativ häufig auf und nahe Verwandte dieser Art sind heute noch in den Meeren anzutreffen.

Lebensweise: Beide Arten kamen massenhaft in den lichtdurchfluteten Gewässern von Mittel- und Osteuropa vor und filterten Nahrung aus dem Wasser.

Encrinus liliiformis (Stielglieder & Kronenfragment)

Stamm: Echinodermata
Klasse: Crinoidea
Ordnung: Encrinida
Familie: Encrinidae

Größe: [Bild I] 22 cm / [Bild II] 19 cm / [Bild III] 7,5 cm
Fundort: Neidenfels-Satteldorf bei Crailsheim (Deutschland)
Alter: Mittleltrias (Anisium), Oberer Muschelkalk, ca. 238 Millionen Jahre


Encrinus 1 Nun präsentiere ich zwei Stufen mit Seelilien-Stielglieder der Art Encrinus liliiformis aus dem Oberen Muschelkalk von Crailsheim. Die größere Stufe ersteigerte ich für einen sehr guten Preis im Sommer 2013 auf ebay. Auf der Rückseite der Stufe ist noch ein Fragment eines der Fangarme vorhanden, der direkt an der Basis der Seelilien-Krone ansetzt. Die zweite Stufe kaufte ich im Februar 2014 ebenfalls im Internet. Diese wurde, im Gegensatz zur ersten Stufe vom Präparator via Sandstrahl behandelt. Hier erkennt man auch einige Überreste von Austern der Art Newaagia und Enantiostreon. Beim dritten sandgestrahlten Exemplar, das ich im Frühjahr 2016 vom selben Fossilienhändeler kaufte, ist ein unvollständige Krone von Encrinus liliiformisaus dem oberen Muka abgebildet. Die Fangarme sind zum Teil stark fragmentiert. Die Basis, wo der Stil der Seelilie ansetzt, ist aber noch sehr gut erhalten geblieben.

Der Name dieser Art leitet sich aus dem grichischen Wort "Krenon" ab, was "Lilie" bedeutet. Vor 230 Millionen Jahren, im mittleren Trias, war der Großteil von Mitteldeutschland von Meer bedeckt. Heutzutage weren in diesem Gebiet vor allem die Glieder, die so gennanten Trochiten, dieser damals massenhaft auf dem Meeresgrund vorkommenden und am weitesten verbreiteten Seelilienart gefunden. Die Überreste dieser Stachelhäuter bilden nun die 10 bis 15 Meter mächtigen Gesteinsschichten des Trochitenkalks in Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Encrinus 2Encrinus 3

Beschreibung: Encrinus besaß einen bis zu 2 Meter langen, dünnen, im Querschnitt runden Stil, der mit einem Haftorgan fest auf dem Meeresboden verankert war. Der Stil ist rund und setzt sich aus vielen einzelnen Gliedern, den Trochiten, zusammen. Die Gelenkflächen der Trochiten sind am Rand grob gekerbt. Am Stil befand sich eine blütenähnliche, schüsselförmige Krone mit 10 Fangarmen. Die Kelchbasis setzte sich aus 5 Basalplättchen und 5 Interbasalplättchen zusammen. Die an der Basis einzeiligen und an der Spitze zweizeiligen kräftigen Arme sind mit langen Anhängen versehen. Die Arme sind an ihrer Innenseite mit Pinnulae besetzt.

Lebensweise: Encrinus lebte in Kolonien und besiedelten die flacheren und ruhigeren Bereiche des warmen Muschelkalkmeeres. Sie filterten mit ihren Armen, die direkt am Kelch der Seelilie ansetzten, Kleinstlebewesen (Plankton) und Schwebstoffe aus dem sauerstoffreichen Meerwasser.

Mollusken Grabgemeinschaft (Encrinus liliiformis)

Größe: 15,5 cm
Fundort: Hohenlohe-Kraichgau, Kirchberg/Jagst, Baden-Würtemberg (Deutschland)
Alter: Mitteltrias (Anisium), Oberer Muschelkalk, ca. 238 Millionen Jahre


Grabgemeinschaft Diese interessante Grabgemeinschaft erhielt ich Anfang 2014 als kostenlose Zugabe von einem Fossilienhändler auf ebay. Es zeigt eine Grabgemeinschaft von Mollusken und Brachiopoden im Trochitenkalk. So überrascht es nicht, dass man auf der Stufe auch Stielglieder der Crinotiden-Art Encrinus findet. Vermutlich handelt es sich bei den Brachiopoden um Terebratel, die rundliche und meist glatte Gehäuse aufwiesen und sehr häufig gesteinsbildend im Mesozoikum vorkamen. Des Weiteren erkennt man noch die Überreste einer Auster, vermutlich von der Art Newaagia.

Das Gebiet um Hohenlohe gehört zum südwestdeutschen Schichtstufenland. In der Zeit der Trias war ganz Süddeutschland von einem Flachmeer bedeckt. Im Laufe der Jahrmillionen setzte sich in diesem Meeresbecken im Wasser gelöster Kalk durch Verdunstung ab und verfestigte sich zu mehreren hundert Meter dicken Muschelkalkformationen. In diesem Muschelkalk findet man immer wieder charakteristische Meeresfossilien aus dieser Zeit.

Plagiostoma striatum (aka Lima striata)

Encrinus Stilglieder

Stamm: Mollusca
Klasse: Bivalvia
Ordnung: Limoida
Familie: Limidae

Größe: 2,4 cm (Matrix: 5,8 cm
Fundort: Hohenlohe-Kraichgau, Kirchberg/Jagst, Baden-Würtemberg (Deutschland)
Alter: Mitteltrias (Anisium), Oberer Muschelkalk, ca. 238 Millionen Jahre


PlagiostomaDiese kleine Stufe Trochitenkalk, mit einer hübschen Plagiostoma striatum (früher Lima striata), erhielt ich als kostenlose Beigabe bei einem Fossilienkauf Anfang 2014. Besonders auffällig sind die radialen Rippen mit zum Teil mehr oder wenig gut sichtbaren Wachstumsstreifen. Auf der Matrix sind auch einige Seelilien-Stilglieder von Encrinus liliiformis enthalten, die oft mit Plagiostoma vergesellschaftet sind. Sie existierten von der Mitteltrias vor 295 Millionen Jahren bis in die Oberkreide vor 66 Millionen Jahren in Europa, Asien und Nordamerika. Nahe Verwandte dieser Muschelgattung sind noch heute weltweit anzutreffen.

Beschreibung: Die Schalen sind leicht konvex und fallen nach hinten stark ab. Die Ornamierung zeigt charakteristische Radialrippen. Das Vorderende der Schale ist deutlich schmaler als das hintere stumpfe Ende.

ÄLTER