Die Fossilien - Seite
Was hat Paläontologie mit Astronomie zu tun?


Sammlung


Ich habe ein weiteres Hobby, das ich allerdings nicht so gewissenhaft betreibe wie die Astronomie: Die Paläontologie.

Schon in jungen Jahren, bevor ich mich für Astronomie als Hobby interessieren begann, war ich ein großer Dinosaurier Fan - und das schon weit vor der Saurier Hype Anfang der 90er Jahre.
Zwei Filme haben mich in meinen jungen Jahren geprägt. Und diese waren schließlich auch der Anstoß, mich mit der Paläontologie zu beschäftigen. Der erste Film hieß "Reise in die Urzeit" von 1955 (Originaltitel: Cesta do pravêku) vom tschechischen Regisseur Karel Zeman. Dieser für die damalige Zeit tricktechnisch sehr gut gemachte Kinderfilm, vermittelt unter Anderem einen ersten Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Erde. Und das vom Erkenntnisstand der 50er Jahre.
Der zweite Film, der mich faszinierte, hieß "Reise zum Mittelpunkt der Erde" (Journey to the Center of the Earth - USA 1959) und ist, meiner Meinung nach, die beste Verfilmung von Jules Vernes berühmtem Roman.

In der Paläontologie, die ein Teilgebiet der Geologie und der Biologie ist, versucht man Lebewesen vergangener Erdzeitalter zu erforschen und dabei Rückschlüsse über die Evolution der Arten zu ziehen. In der Kosmologie, die ein Teilgebiet der Physik und Astrophysik ist, betrachtet man hingegen die Vergangenheit und die Entwicklung des Universums als Ganzes. In gewisser Weise geht es also in beiden wissenschaftlichen Disziplinen um die Vergangenheit.

Wenn man zum Beispiel ein Foto eines über 500 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen betrachtet, stellt der Betrachter fest, dass dessen Licht zu einer Zeit ausgesandt wurde, als sich die ersten komplexen Lebewesen auf der Erde entwickelten. Dadurch bekommt man erst eine Vorstellung von den riesigen Entfernungen im Universum, wenn man parallel die unendlichen Zeiträume zwischen den Erdzeitaltern im Allgemeinen und die Entwicklung des Lebens auf der Erde im Besonderen vergleicht. Ein Blick in das Universum ist deshalb auch ein Blick in die Vergangenheit (auf Grund der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit).

Massensterben von Lebewesen, die hin und wieder in den Erdzeitaltern auftraten, konnten auch von kosmischen Ereignissen (wie Asteroiden- und Kometeneinschläge) verursacht worden sein. Große Massensterben gab es zum Beispiel gegen Ende des Perms vor 251 Millionen und an der Kreide/Tertiär Grenze vor 66 Millionen Jahre.

Ein wichtiges und neues Teilgebiet der Astronomie ist die Astrobiologie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie sich Leben außerhalb unserer Biosphäre entwickeln könnte. Mit der Erforschung und Entwicklung des Lebens auf der Erde bekommt man eine Vorstellung, wie sich Leben auf anderen Planeten (z.B. dem Mars) auch unter nicht optimalen Bedingungen entwickeln könnte. Denn die Evolution, wenn sie einmal eingesetzt hat, findet überall eine Nische um weiter zu existieren und sich zu entwickeln.

In unserer Zeit findet man schießlich die Überreste ausgestorbener Lebewesen in den Gesteinen, als Fossilien erhalten und als Zeuge des vergangenen Lebens auf der Erde.


Übersicht der geologischen Erdzeitalter


Earth Clock

Die Erdgeschichte in 24 Stunden (Quelle: Wikipedia)


Die Entstehung und Entwicklung des Lebens ist eng an die Erdzeitalter gekoppelt. Dabei werden die Erdzeitalter überwiegend durch Fossilienfunde definiert.

Die Erdgeschichte wird in vier große Abschnitte untergliedert, den Äonen, die als Hadaikum, Archaikum, Proterozoikum und Phanerozoikum bezeichnet werden.

Die Urzeit der Erde, das Hadaikum, reicht von ihrer Entstehung vor rund 4,6 Milliarden Jahren bis vor 3,8 Milliarden Jahren. In dieser Phase der Erdgeschichte bildete sich aus unzähligen Kleinstkörpern unser Heimatplanet heraus. Außerdem entstand der Mond durch eine gewaltige Kollision mit einem etwa marsgroßen Protoplaneten. In dieser Zeit viel auch das große Bombardement, dessen stille Zeugen noch heute die unzähligen Krater auf unserem Erdtrabanten darstellen.

Im Archaikum von 3,8 bis 2,5 Milliarden Jahren entstanden durch vulkanische Aktivität und Gesteinsumwandlung die ersten Kontinente. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten primitiven Lebensspuren.

Im Proterozoikum von vor 2,5 Milliarden bis vor 540 Millionen Jahren, herrschten überwiegend einzellige Lebewesen vor. Vor 1,5 Milliarden Jahren tauchen schließlich auch die ersten Einzeller mit einem Zellkern auf. Gegen Ende des Proterozoikums, vor 650 Millionen Jahren, erschienen mit den ersten Pflanzen und wirbellosen Tieren, auch die ersten Vielzeller auf der Bühne des Lebens.

Derzeit befinden wir uns im Äon des Phanerozoikum, das vor 540 Millionen Jahren mit dem Kambrium begann. Es unterteilt sich in drei Ären mit den Namen Paläozoikum (Erdaltertum), Mesozoikum (Erdmittelalter) und Känozoikum (Erdneuzeit). In dieser Zeit entwickelte sich das Leben auf der Erde zur vollen Blüte, was schließlich auch in der Herausbildung des Menschen gipfelte.

Die Epochen werden heutzutage vom Namen her chronostratigraphisch noch etwas anders benannt und unterteilt, als in meiner Tabelle vorgegeben. Der geologischen Epoche folgt noch eine weitere Unterteilung in Form von Stufen. Zu Vereinfachung benutze ich aber noch das ältere und einprägsamere stratigraphische System.



Äon Ära/Zeitalter Periode Epoche Beginn in Mio. Jahre Geologisches Ereignis Entwicklung des Lebens
Phanerozoikum Känozoikum
(Erdneuzeit,
Dauer 65,5 Mio. Jahre)
Quartär Holozän 0,011784
(bis Heute)
Rückgang der Vergletscherung, Herausbildung der heutigen Landschaftsformen Pflanzen und Tierwelt der Gegenwart, Homo sapiens
Pleistozän 1,8 Abklingen des Vulkanismus, mehrere Eizeiten mit warmen Zwischenzeiten, Abschluss der dt. Mittelgebirgsbildung Höhlenbär, Mammut, Nashorn, Wisent, Rentier, Hirsche, Gattung Homo
Neogän
(Jung-Tertiär)
Pliozän 5,3 Höhepunkt und abklingen der alpiden Faltung, starker Vulkanismus, Bildung der großen Kohlelager erste Hominiden, Australophitecen
Miozän 23 erste Primaten
Paläogen (Alt-Tertiär) Oligozän 34 Radiation der Säugetiere, Vorherrschung der Blütenpflanzen (Eichen, Kastanien) u. Nacktsamer (Koniferen), zahlreiche Vögel und Insekten, Schlangen, Schildkröten
Eozän 56
Paleozän 66
Mesozoikum
(Erdmittelalter, Dauer 185,5 Mio. Jahre)
Kreide Oberkreide 100 starke alpide Faltung Aussterben der Dinosaurier und Ammoniten, Blütepflanzen, Gräser, Eichen, Pappeln
Unterkreide 146 Vögel, Bedecktsamer
Jura Oberjura 161 Meeresüberflutungen, beginnende Auffaltung der Rocky Mountains erste Vögel (Archaeopteryx)
Mitteljura 176 größte Entfaltung der Dinosaurier, Mammutbäume
Unterjura 200 primitive Säuger, Ammoniten, Belemniten
Trias Obertrias 204 starker Vulkanismus auf der Südhalbkugel, Entstehung kl. Salzlager Fische und Amphibien, Ammoniten, säugerähnliche Reptilien, Dinosaurier, Flugsaurier, erste Säuger, Araucarien, Nacktsamer, Kalkalgen
Mitteltrias 246
Untertrias 251
Paläozoikum
(Erdaltertum,
Dauer 291 Mio. Jahre)
Perm Oberperm 254 starker Vulkanismus, wüstenhaftes Klima Nordhalbkugel, Enstehung großer Salzlager, Südhalbkugel Vereisungen Superkontinent Pangäa größtes Massensterben der Erdgeschichte
Mittelperm 271 Reptilien, Nadelbäume, Ginkgogewächse
Unterperm 299 Haie, echte Nadelbäume, Nacktsamer
Karbon Oberkarbon 318 variskische Gebirgsbildung, Bildung der gr. Kohlelager reichhaltige Pfanzen- u. Tierwelt, Amphibien, geflügelte Insekten, Krebse, Spinnen, Korallen, Steinkohlewälder aus Farnen, Bärlapp und Schachtelhalmen, erste Nadelhölzer
Unterkarbon 360
Devon Oberdevon 375 starke Festlandsüberflutung, starker Vulkanismus Knochen- und Knorpelfische, erste Insekten, Spinnen, Ichtyostega, Quastenflosser, Farne, Schachtelhalme, Bärlappgewächse
Mitteldevon 398
Unterdevon 416
Silur Obersilur 423 Höhepunkt der kaled. Gebirgsbildung Tausendfüßler, Skorpione, erste primitive Landpflanzen
Untersilur 444
Ordovizium Oberordovizium 461 fortschreitende Meeresüberflutung, lebhafter Vulkanismus erste Wirbeltiere (Panzerfische),
Kopffüßer, Muscheln, Seeigel, Korallen, Sporenpflanzen
Mittelordovizium 472
Unterordovizium 488
Kambrium Oberkambrium 501 Vordringen des Meeres, großer Südkontinent Gondwana "Kambrische Explosion"
komplexere Vielzeller, Algen, Trilobiten, erste Korallen, Kopf- u. Armfüßer, Spinnen, Krebse, Ringelwürmer
Mittelkambrium 521
Unterkambrium 542
Proterozoikum Neoproterozoikum
(Neues Proterozoikum,
Dauer: 458 Mio. Jahre)
Ediacarium
630 Entstehung des Superkontinent Gondwana Ediacara-Fauna
mehrzellige Pflanzen und wirbellose Tiere
Cryogenium 850 letzte globale Vereisung höhere Einzeller
Tonium 1000 Gebirgsbildung
Mesoproterozoikum
(Mittleres Proterozoikum, Dauer: 600 Mio. Jahre)
Stenium
1200 Entstehung des Superkontinents Rodinia, Vereisungen Lebewesen mit Zellkern
Ectasium 1400
Calymmium 1600
Paläoproterozoikum
(Frühes Proterozoikum, Dauer: 900 Mio. Jahre)
Statherium
1800 Entstehung der ersten Kontinente Algen, Cyanobakterien, komplexere Einzeller, Photosynthese
Orosirium 2050
Rhyacium 2300
Siderium 2500
Archaikum Neoarchaikum
2800 Kein Sauerstoff in der Atmosphäre Entstehung des Lebens, erste Organismen
Mesoarchaikum 3200
Paläoarchaikum 3600
Eoarchaikum 3800 Bildung der ältesten Gesteine
Hadaikum
4700


Fossiliensammlung



Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2011

chronologisch nach Periode geordnet


Meteorit

Typ: Chondrit (L4)

MeteoritNun ja, nicht gerade ein Fossil, aber ein Zeugnis aus den Anfängen unseres Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren. Deshalb gehört dieses Stück eines Meteoriten chronologisch auch an den Anfang dieser Liste.

Dieses Stück des Meteoriten mit der Bezeichnung Northwest Africa 869, wurde im Jahr 2001 in der Nähe von Tindouf in Algerien gefunden. Der Meteorit ist ein gewöhnlicher Chondrit vom Typ L4. Erworben habe ich das Teil im Sommer 2006 an der Sternwarte Königsleiten in Österreich.
Chondriten sind die häufigste Klasse der Meteorite. Ihr Name rührt daher, dass in ihrer Matrix feine Silikatkügelchen, die sogenannten Chondren, eingebettet sind. In ihrer Matrix dominieren Mineralien wie Olivin, Pyroxen und Plagioklas. Wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man sogar Spuren von Metallen.
Das L steht für "Low iron" d.h. 20 - 24% Gesamteisen wovon ein Anteil von 4 - 9% auf Nickeleisen entfällt. Die Ziffer 4 vor dem L bedeutet, dass der Meteorit im solaren Urnebel thermisch metamorphisiert wurde.
Elrathia kingii

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Alokistocaridae

Größe: 3,5 cm (Bild 1) / 1,5 cm (Bild 2) / 2,5 cm (Bild 3)
Fundort: Wheeler Formation, Juab County Utah/USA
Alter: Mittleres Kambrium, ca. 507 Millionen Jahre


Elrathia1 Elrathia ist mein erstes Fossil, das ich überhaupt käuflich erworben habe. Diese Art ist einer der häufigsten Trilobiten Nordamerikas und wird in sehr großem Mengen in der Wheeler Formation in Utah, als hervorragend erhaltene Fossilien, gefunden.
Dieses Exemplar habe ich in Mittenwald (Bayern) in einem Mineralien- und Fossilienladen käuflich erworben. Von der Epoche her ist es das älteste Fossil in meiner Sammlung. Der Trilobit ist sehr gut erhalten und alle Einzelheiten sind gut erkennbar.

Im Jahr 2009 war ich in meinem Sommerurlaub abermals in Mittenwald. Sogleich stattete ich dem besagten Mineralien- und Fossilienladen einen Besuch ab und fand diese beiden hübschen Exemplare der selben Art. Der Trilobit, der noch in seiner Matrix eingebettet ist, hat eine Größe von 1,5 cm. Bei diesem Trilobiten erkennt man sogar noch seine Wangenstacheln an der Glabella. Das andere Exemplar ist übrigens 2,5 cm groß.

Elarathia3Elrathia3

Beschreibung: Elrathia hat einen zum Rumpf vergleichsweise kleine Kopf. Die Glabella ist blumentopfförmig, trägt kleine zentrale Augen und kurze dreieckige Wangenstacheln. Entlang des Thorax sind 13 Segmente mit breiten Lappen angeordnet, die kurze dornige Enden aufweisen. Der Schwanzschild ist doppelt so breit wie lang und hat eine deutliche Mittelachse.

Lebensweise: Elrathia lebte wahrscheinlich in Schwärmen im äußeren Schelfbereich und durchforstete den schlammigen Meeresboden nach etwas fressbarem.
Calymene / Flexycalymene

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae

Größe: 10 cm (Bild 1), 7,5 cm (Bild 2) / 4 cm (Bild 3)
Fundort: Anti-Atlas Gebirge, Marokko
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 450 Millionen Jahre


Calymene1 Calymene ist einer der häufigsten Trilobiten die kommerziell angeboten werden. Das kleinere Exemplar, was unten rechts abgebildet ist, habe ich Ende Juli 2008 am Berliner Ostbahnhof erstanden. Das linke untere Exemplar hat mein Bruder Anfang August 2008 am Cottbusser Hauptbahnhof bei einem Fossilienhändler käuflich erworben. Das nun größte und neuste Exemplar dieser Trilobitenart (siehe rechts), kaufte ich im Juli 2011 im Naturkundemuseum in Siegsdorf (Chiemgau).
Diese Fossilien werden in Marokko oft als Souvenir an Touristen verkauft. Das mittlere Fossil dieser Art scheint beim Herauslösen aus der Geode beschädigt worden zu sein (man erkennt recht deutliche Klebestellen). Ein Teil des Cephalons (auf der rechten Seite) fehlt sogar. Das kleinere Exemplar scheint hingegen besser erhalten zu sein. Besonders die Augen sind besser ausgeprägt. Das neue Exemplar in meiner Sammlung ist dagegen besonders gut erhalten.

Beschreibung: Calymene besitzt ein konvexes Außenskelett. Die Seitenlappen sind nach unten gebogen. Der Schwanzschild ist viel kleiner als der Kopfschild. Die Glabella ist tief gefurcht mit kleinen Augen.

Calymene23Calymene2

Lebensweise: Der Trilobit war vermutlich ein träger Schwimmer und krabbelte vorrangig am Meeresboden umher. Durch die Anordnung der Thoraxsegmente konnte er sich bei Gefahr vollständig einrollen.
Orthoceras

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Nautiloidea
Ordnung: Orthocerida
Familie: Orthoceratidae

Größe: 13 cm (Bild 1) / 10 cm (Bild 2)
Fundort: Marokko
Alter: Mittleres Ordovizium, ca. 450 Millionen Jahre (Bild 1)
Mittleres Devon, ca. 370 Millionen Jahre (Bild 2)


Diese beiden schönen Exemplare eines weit verbreiteten Nautiliden oder Kopffüßer, waren Geschenke von meinem Kumpel Uwe zum Geburtstag. Das erste, schwarze und längliche Fossil ist sogar noch etwas älter als das zweite Exemplar. Beide wurden geschliffen und poliert und werden häufig in diesem Zustand angeboten.

Orthoceras1Orthoceras2

Beschreibung: Das Gehäuse gleicht einem zylindrischen Konus, der sich langsam verjüngt. Es besteht aus konkav-konvexen und engstehenden Kammern, die durch den so genannten Sipho miteinander verbunden sind.

Lebensweise: Über die Lebensweise dieser Tiere ist nur wenig bekannt, aber man vermutet, dass sie Fleischfresser waren und Aas und kleine Meerestiere vertilgten.
Phacops

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 4,5 cm
Fundort: Anti-Atlas, Marokko?
Alter: Mittleres Devon ca. 380 Millionen Jahre


Phacops Dieses Exemplar habe ich im Sommer 2006 bei einem Fossilienhändler am Königssee in Berchtesgaden (Bayern) erworben. Das Besondere an diesem Trilobiten ist, dass dieser vollständig eingerollt ist und zum Teil noch in seiner Matrix steckt. Auch dieser Trilobit ist sehr detailliert. Besonders seine Facettenaugen und seine tuberkulierte Glabella sind gut ausgeprägt.

Beschreibung: Phacops trägt eine konvexe und nach vorn verlängerte Glabella. Die großen Augen weisen nur wenig Linsen auf. Der Thorax besteht au 12 Segmenten mit seitlich angebrachten Facetten. Dies ermöglicht dem Trilobiten ein vollständiges einrollen. Der tiefgefurchte Schwanz ist kleiner als der Kopf. Das Außenskelett ist ziemlich dick und mit Noppen besetzt.

Lebensweise: Phacops lebte im warmen Flachwasser und suchte seine Nahrung am Meeresboden.
Trilobit

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 2,5 cm
Fundort: Marokko
Alter: Mittleres Devon ca. 380 Millionen Jahre


Trilobit Dieses noch vollständig eingerollte Exemplar eines Phacopiden in seiner Matrix habe ich von meinem Bruder bekommen, der es am Cottbuser Hauptbahnhof bei einem Fossilienhändler entdeckt und daraufhin erstanden hat. Das Besondere an diesem Fossil ist, dass es fast vollständig aus der Matrix herausgearbeitet wurde. Leider scheint es so, dass das Cephalon noch teilweise im Gestein eingeschlossen ist bzw. beim Präparationsvorgang stark beschädigt wurde. Ich kann deshalb nur vermuten, dass es sich hierbei eventuell um einen Gerastos oder sogar Phacops selber handelt. Die äußeren Merkmale sprechen auf jeden Fall für einen Trilobiten aus der Ordnung Phacopida.
Barrandeops (?)

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 6 cm
Fundort: Marokko
Alter: Mittleres Devon ca. 380 Millionen Jahre

Phacopide
Dieses relativ große Exemplar eines Phacopiden aus Marokko habe ich im Sommer 2011 am Königssee (Berchtesgaden) käuflich erworben. Da das Cephalon und das Pygidium leider beschädigt sind, ist eine Bestimmung der Art etwas schwierig. Ich vermute aber, dass es sich hierbei um Barrandeops handelt. Zumindest sind die seitlichen Facettenaugen an der Glabella noch sehr gut zu erkennen und die Glabella selber mit einigen warzenähnlichen Tuberkeln gesprenkelt. Falls es sich nicht um Barrandeops handelt, sprechen auch hier die äußeren Merkmale ganz klar für einen Trilobiten aus dem Devon der Ordnung Phacopida.
Tornoceras

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Goniatitida
Familie: Tornoceratidae

Größe: 10 cm (Bild 1) / 8,5 cm (Bild 2)
Fundort: Marokko
Alter: Oberes Devon ca. 350 Millionen Jahre


Diese beiden Exemplare hat mir mein Bruder vom Fossilienhändler aus Cottbus mitgebracht und ist ein typisches "Mitbringsel" aus dem Devon von Marokko. Der Ammonit ist nicht mehr in seiner Matrix eingebettet und wurde poliert. Man erkennt sehr schön die runde, abgeflachte Form. Besonders das kleinere Exemplar (Bild 2) besitzt eine wunderschöne und detaillierte Maserung.

Tornoceras1Tornoceras

Beschreibung: Die Schale ist außen rund und nahezu flach. Die einzelnen Windungen verjüngen sich zur Mitte hin. Der Nabel ist klein und eng. Die Loben bilden stufenförmige Kamern und sind leicht wellig.Die Siphonaldüten sind nach vorn gerichtet.
Goniatites

Stamm: Mollusca
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Goniatitida
Familie: Goniatitidae

Größe: 2,5 cm
Fundort: Erfoud, Marokko
Alter: Oberes Devon ca. 350 Millionen Jahre

GoniatitesDieses hübsche Exemplar habe ich auf dem 6. Herzberger Teleskoptreffen erstanden (Ja, sogar bei einem Teleskoptreffen kann man unter Umständen Fossilien erwerben ). In den einzelnen Kammern erkennt man übrigens sehr schön die Hämatit - Einschlüsse.

Beschreibung: Das involute Gehäuse weist einen kleinen, engen Nabel auf. Die zickzack artigen Suturen bestehen aus zugespitzten und gerundeten Elementen. Die dünne Schale ist mit feinen Wachstumslinien verziert.

Lebensweise: Goniatites lebte auf küstennahen Meeresböden in strömungsreichen, warmen und sauerstoffreichen Gewässern und trat lokal in Schwärmen auf. Auf Grund ihrer Gehäuseform vermutet man, dass diese Art eher langsame und schlechte Schwimmer waren. Über dessen Ernährung ist nur wenig bekannt.
Dactylioceras

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Dactylioceratidae

Größe: 10 cm
Fundort: Dotternhausen, Schwäbische Alb
Alter: Unterjura (Lias) ca. 190 Millionen Jahre


DactyliocerasAuf dieser Scheiferplatte sind gleich zwei mehr oder wenig gut erhaltene Exemplare der Gattung Dactylioceras abgebildet. Des weiteren sind noch ein weiterer Ammonit einer anderen Gattung und diverse Bruchstücke weiterer Meeresbewohner aus dem unteren Jura von Baden-Würtemberg enthalten. Erworben habe ich die Platte im Naturkundemuseum in Siegsdorf (Chiemgau).

Beschreibung: Dactylioceras besitzt stark involute Schalen. Die Rippen sind eng benachbart und teilen sich zum Teil in zweier und dreier Ästen auf. Sie sind einfach oder in der Nähe der Umgangsenden gegabelt. An der Bauchseite werden die Rippen zu geraden Linien oder krümmen sich leicht nach vorn.

Lebensweise: Die Gattung Dactylioceras war im Unterjura weit verbreitet, lebte in der Nähe des Meeresbodens und war ein langsamer Schwimmer.
Orthosphinctes

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: 7,5 cm (Bild 1) / 4,5 cm (Bild 2)
Fundort: Gräfenberg, Bayern (Bild 1) / Fränkische Alb - 18.4.1996 (Bild 2)
Alter: Oberjura (Malm) ca. 150 Millionen Jahre


Das erste Bild zeigt ein sehr schönes, nahezu makelloses und vor allem heimisches Exemplar eines echten Ammoniten aus dem Oberjura, de schön aus seiner Matrix herausgearbeitet wurde. Erworben habe ich den Ammoniten im weiter oben erwähnten Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald.

Das zweite Exemplar der gleichen Art habe ich ebenfalls im Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald erstanden. Auf Grund seiner äußeren Merkmale vermute ich, dass es ebenfalls zur Art Orthosphinctes gehört. In der Matrix selber erkennt man noch weitere Abdrücke und Fragmente von Ammoniten.

Orthosphinctes1Orthosphinctes2

Beschreibung: Das Gehäuse ist flach, symmetrisch mit hochovalen Windungen und vergabelten Radialrippen. Es besitzt eine evolute Form mit einem tief sitzenden Nabel.

Lebensweise: Man vermutet, dass diese weit verbreiteten Kopffüßer Fleischfresser waren, die jagten aber auch Aas nicht verschmähten.
Aulacostephanus

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: 5 cm
Fundort: Treuchtlingen bei Solnhofen
Alter: Oberjura (Kimmeridgium) ca. 150 Millionen Jahre


AmmonitDer sog. Treuchtlinger Marmor (aus der Region Treuchtlingen im Altmühltal) ist eine sehr feinkörniger und massiver Kalkstein, der oft zu Fensterbänken, Fliesen und Treppen verarbeitet wird. In diesem Kalkstein findet man häufiger Fossilien und Belemniten in geschnitten und poliertem Zustand. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich diesen aufgeschnittenen Ammoniten von meinem Kumpel Horst Lindberg erhalten habe, der ihn im Ausschuss seines Arbeitgebers (Steinmetzbetrieb, Grabmale und Bau Willi Weber, Lübben) gefunden hat. Den entscheidenden Hinweis auf den Fundort des Ammoniten erhielt ich übrigens von Daniela Rachul von www.tethys-fossilien.de. 
Perisphinctes

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Perisphinctidae

Größe: 3 cm
Fundort: Ron, Südfrankreich
Alter: Oberjura ca. 150 Millionen Jahre


Perisphinctes Diese Ammonitenart wird häufig und recht preiswert von Fossilienhändlern angeboten. So auch dieses kleine aber schöne Exemplar, den mir mein Bruder aus Cottbus mitgebracht hat. Die Verwandschaft zu Orthosphinctes ist recht auffällig und wie dieser, ist es ein typisches Leitfossil des Oberjura.

Beschreibung: Das Gehäuse ist symmetrisch und relativ flach. Der Windungsquerschnitt ist rechteckig mit abgerundeten Kanten. Es handelt sich um eine relativ evolute Form mit einem weiten und tief liegenden Nabel. Die Rippen sind abgerundet und gabeln sich in der Nähe der Externseite.

Lebensweise: Diese Ammonitart lebte in kälteren und seichten Gewässern.
Seeigel

Stamm: Echinodermata
Klasse: Echinoidea
Ordnung: Classiduloida
Familie: ?


Größe: 4,5 cm
Fundort: Madagaskar
Alter: Oberjura ca. 150 Millionen Jahre


SeeigelVersteinerte Seeigel werden ebenfalls relativ preisgünstig bei diversen Fossilienhändlern angeboten, da sie mit zu den am häufigsten gefundenen Fossilien zählen. Diese meist benthisch lebenden Tiere besaßen unter der Haut ein Innenskelett aus Kalzitplatten und waren teilweise mit Gelenkshöckern und beweglichen Stacheln versehen. Dieses hübsche Exemplar eines Seeigels habe ich im Juli 2011 im Naturkundemuseum in Siegsdorf (Chiemgau) käuflich erworben.

Beschreibung: Das Gehäuse ist symmetrisch, oval und leicht kegelförmig mit flacher Oralseite. Die Poren  sind reihenförmig angeordnet und strahlen vom Periprokt aus. Die Ambulakralfelder zeigen die Form länglicher Blütenblätter. Diese treffen sich an der Dorsalseite ohne sich zu verbinden.

Lebensweise: Diese Art von Stachelhäuter lebte in tropischen Gewässern wahrscheinlich am Meeresgrund eingegraben.
Cleoniceras

Stamm: Mollusca
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Ammonitida
Familie: Hoplitidae

Größe: 4 cm
Fundort: Majnuga, NW-Madagaskar
Alter: Unterkreide, ca. 100 Millionen Jahre


CleonicerasACleonicerasB

Diesen Ammoniten habe ich ebenfalls im besagten Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald gekauft. Er wurde aufgeschnitten und die Innenflächen poliert, so dass sein Inneres deutlich sichtbar wird. In den Kammern sind farbenprächtige Calcitkristalle erkennbar, die von den einzelnen Geoden des Ammoniten unterbrochen werden. Zum Teil sind auf der Schale noch die Lobenlinien erkennbar.
Knochenfisch

Stamm: Chordata
Unterklasse: Osteichthyes
Ordnung: ?
Familie: ?

Größe: 3 cm
Fundort: MarokkoKnochenfisch
Alter: Oberkreide ca. 80 Millionen Jahre


Diesen kleinen, versteinerten Fisch habe ich 1999 in meinem Sommerurlaub im Souvenir-Shop des Naturkundemuseums Siegsdorf im Chiemgau käuflich erworben. Die Skelettstruktur hat sich dabei sehr gut erhalten und ist überaus detailliert ausgeprägt, was auf die schnelle Sedimentation und Feinkörnigkeit des Materials zurückzuführen ist. Auf der Rückseite der Platte ist noch ein weiteres Fragment eines Fisches derselben Art vorhanden.

Lebensweise: Wahrscheinlich lebte diese Fischart in Schwärmen.
Heizahn (Otodus obliquus)

Stamm: Chordata
Klasse: Chondrichthyes
Unterklasse: Elasmobranchii
Ordnung: Lamniformes
Familie: Otodontidae

Größe: 6 cm
Fundort: Marokko
Alter: Paläozän ca. 60 Millionen Jahre

Haizahn
Ein weiteres Geschenk von Uwe zum Geburtstag: Ein überaus gut erhaltener Haizahn mit Wurzel von diesem berüchtigten Fossilienhändler am Berliner Ostbahnhof. Auf jeden Fall ein sehr schönes Exemplar in seiner Matrix.
Die Zähne des "Schreckenshai" (Otodus obliquus) werden sehr häufig gefunden und werden in fast jedem Fossilienladen angeboten.

Beschreibung: Die Zähne sind deutlich abgeflacht, mit scharfen Spitzen an den Seiten und einer breiten Spitze in der Mitte.

Lebensweise:  Oft sind die versteinerten Zähne das einzige fossil erhaltene Material diser Art. An Hand der Zähne kann auf eine Körpergröße geschlossen werden, die der Größe eines Weißen Hais entsprach. Diese Haiart war in den Kreidemeeren weit verbreitet.
Turritella

Stamm: Mollusca
Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Orthogastropoda
Ordnung: Neotaenioglossa
Familie: Turritellidae (Turmschnecken)

Größe: 4 cm
Fundort: Weitendorf, Steiermark (Österreich)
Alter: Miozän, ca. 20 Millionen Jahre


TurritellaDieses wunderschöne Belegstück der Art Turritella, wurde im besagten Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald erworben. Die ersten Arten dieser typischen Meeresschnecken sind aus der Kreidezeit bekannt. Ihre Blütezeit lag jedoch im Eozän. Auch in unserer Zeit kommen Turmschnecken, mit Ausnahme der Polargebiete, praktisch weltweit vor. In der Matrix sind gleich mehrer exemplare eingeschlossen. Auch einige Muscheln sind darin enthalten.

Beschreibung: Das Gehäuse ist sehr lang gesteckt und kegelförmig und besitzt bis zu 30 Windungen, die durch eine tief liegende Furche deutlich abgesetzt sind. Die Oberfläche besteht aus mehreren groben und zueinander parallel verlaufenden Spiralrippen. Die Mündung ist nahezu kreisförmig bis quadratisch gerundet.

Lebensweise: Die Nahrung von Turritella bstand aus Pflanzenmaterial wie Detritus  oder mikroskopischer Algen.
Fortsetzung folgt...


Weiterführende Links