Fossiliensammlung - Trilobiten
Elrathia

Elrathia kingii aus dem Mittleren Kambrium von Utah, USA (510 Millionen Jahre)



Trilobiten sind eine Klasse ausgestorbener Gliederfüßer (Arthropoden), die vom unteren Kambrium vor 521 Millionen Jahren bis zum Ende des Perms vor 251 Millionen Jahren weltweit in den Meeren lebten. Sie starben in der Zeit des größten Massensterbens der Erdgeschichte zum Ende des Perms aus. Aufgrund ihres Calcit haltigen Exoskeletts, sind sie weltweit in großer Zahl als Fossilien erhalten geblieben. So gehören sie u.a. mit zu den wichtigsten Leitfossilien des Paläozoikums. Auch ihre Fährten sind vielerorts als Spurenfossilien erhalten geblieben. Die Klasse der Trilobita umfasste 150 Familien mit über 5.000 Gattungen und mehr als 15.000 Arten. Schon seit meiner Kindheit wollte ich unbedingt ein Fossil eines Trilobiten besitzen. Das erste Fossil, ein Elrathia kingii aus Utah, kaufte ich im Fossilien- und Mineralienladen in Mittenwald (Bayern) im Jahr 2004. Bis zur heutigen Zeit sind eine Menge weiterer Trilobiten meiner Sammlung hinzugefügt worden. Das kleinste Fossil misst 8 mm und das größte stolze 34 cm.



Aufbau

Morphologischer Aufbau eines Trilobiten
(1) Cephalon; (2) Thorax; (3) Pygidium; (4) rechter pleuraler Lobus; (5) Axiallobus; (6) linker pleuraler Lobus
Quelle: Wikimedia Commons

***

chronologisch absteigend nach Periode geordnet





JÜNGER


Devon


419,2 bis 358,9 Millionen Jahre

Barrandeops (?)

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 6 cm
Fundort: Marokko
Alter: Oberes Devon (Famennium), ca. 370 Millionen Jahre


Phacopide Dieses relativ große Exemplar eines Phacopiden aus Marokko habe ich im Sommer 2011 am Königssee (Berchtesgaden, Oberbayern) käuflich erworben. Da das Cephalon und das Pygidium leider beschädigt sind, ist eine Bestimmung der Art etwas schwierig. Ich vermute aber, dass es sich hierbei um Barrandeops handelt. Zumindest sind die seitlichen Facettenaugen an der Glabella noch sehr gut zu erkennen und die Glabella selber mit einigen warzenähnlichen Tuberkeln gesprenkelt. Falls es sich nicht um Barrandeops handelt, sprechen auch die äußeren Merkmale ganz klar für einen Trilobiten aus dem Devon der Ordnung Phacopida.

Phacops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe:
[Bild I] 4,5 cm / [Bild II] 2,5 cm / [Bild III] 2,0 cm / [Bild IV] 2,0 cm / [Bild V] 1,5 cm
Fundort: Anti-Atlas (Marokko) / Raum Alnif (Marokko)
Alter: Oberes Devon (Frasnium), ca. 380 Millionen Jahre
Unteres Devon (Pragium), ca. 410 Millionen Jahre


Das linke Exemplar habe ich im Sommer 2006 bei einem Fossilienhändler am Königsee in Berchtesgaden (Bayern) erworben. Das Besondere an diesem Trilobiten ist, dass dieser vollständig eingerollt ist. Zum Teil ist dieser noch in seiner Matrix eingeschlossen. Der Trilobit ist erstaunlich gut erhalten. Besonders seine Facettenaugen und seine tuberkulierte Glabella sind gut ausgeprägt.

Phacops1Phacopide

Auf dem rechten Bild ist ein noch vollständig eingerollter Trilobit erkennbar. Dieses Exemplar habe ich von meinem Bruder bekommen, der es am Cottbuser Hauptbahnhof bei einem Fossilienhändler entdeckt und daraufhin erstanden hatte. Das Besondere an diesem Fossil ist, dass es fast vollständig aus der Matrix herausgearbeitet wurde. Leider scheint es so, dass das Cephalon noch teilweise im Gestein eingeschlossen ist bzw. beim Präparationsvorgang stark beschädigt wurde. Ich kann deshalb nur vermuten, dass es sich hierbei eventuell um einen Phacops handelt. Die äußeren Merkmale sprechen für einen Trilobiten aus der Ordnung Phacopida.

Phacops2Phacops3

Die drei neuen Phacopiden kaufte ich im Januar 2016 von einem Fossilienhändler auf ebay für einen überaus günstigen Preis. Sie stammen aus dem unteren Devon von Marokko und sind vollständig aus ihrer Matrix gelöst. Alle drei gut bzw. sehr gut erhaltene Exemplare sind eingerollt und besitzen im ausgerollten Zustand eine Größe von 35 bis 55 mm. Auch bei diesen Exemplaren sind die tuberkulierte Schale und die Facettenaugen besonders auffällig.

Pacops4Beschreibung: Phacops trägt eine konvexe und nach vorn verlängerte Glabella. Die großen Augen weisen nur wenig Linsen auf. Der Thorax besteht au 12 Segmenten mit seitlich angebrachten Facetten. Dies ermöglicht dem Trilobiten ein vollständiges einrollen. Der tiefgefurchte Schwanz ist kleiner als der Kopf. Das Außenskelett ist ziemlich dick und mit Noppen besetzt.

Lebensweise: Phacops lebte im warmen Flachwasser und suchte seine Nahrung am Meeresboden.

Phacops rana rana

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 2 cm
Fundort: Hamilton Group, Windom Shale, Hamburg, Erie County, NY (USA)
Alter: Mittleres Devon (Givetium), ca. 385 Millionen Jahre


PhacopsEin weiterer, diesmal fast vollständig eingerollter, Phacops rana rana aus den USA. Der Trilobit ist zur Zeit das best erhaltenste Exemplar der Gattung Phacops in meiner Sammlung und wurde im Herbst 2013 bei einem Internethändler gekauft. Der Trilobit erscheint leicht verzogen, was vermutlich durch die geologische Faltung der Hamilton Group (im westlichen Teil des Staates New York gelegen) während der Acadian Orogenese im mittleren bis oberen Devon zurückzuführen ist. Besonders bemerkenswert sind die gut erhaltenen schizochroalen Augen und die reich tuberkulierte Glabella.
Diese Trilobitenart aus dem Devon findet man sehr häufig in Nordamerika, ähnlich häufig wie die berühmten und ebenfalls sehr gut erhaltenen Exemplare derselben Trilobitenart aus Marokko. Mit zahlreichen Arten bevölkerte die Familie der Phacopiden die Ozeane des Silur bis Devon. Obwohl dieses Exemplar recht klein ausfällt, erreichen Riesenformen aus Marokko Längen von bis zu 30 cm!

Gerastos tuberculatos

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Proetidae

Größe: [Bild I] 2,5 cm / [Bild II] 1,8 cm / [Bild III] 1,7 cm / [Bild IV] 1,9 cm
Fundort: Marokko
Alter: Mittleres Devon (Eifelium), ca. 390 Millionen Jahre
Unteres Devon (Oberemsium), ca. 400 Millionen Jahre


Diese beiden hübschen Exemplare eines Gerastos tuberculatos, die unten abgebildet sind, wurden im Juni 2013 bzw. im August 2014 von einem Fossilienhändler käuflich erworben. Bei dem 1. Fossil habe ich ursprünglich ein anderes Exemplar dieser Trilobitenart geordert, das leider auf dem Postweg verloren gegangen ist. Der Händler hat mir freundlicherweise aber einen Ersatz geschickt. Der Trilobit auf dem 1. Bild ist nicht ganz eingerollt, so dass das Cephalon und das Pygidium noch gut erkennbar sind. Besonders beeindruckend ist die hervorstechende Glabella, mit gut erkennbaren winzigen Tuberkeln. Das 2. Exemplar von Gerastos ist nahezu vollständig gestreckt und sogar noch besser erhalten.

Gerastos1Gerastos2

Mittlerweile besitze ich zwei weitere Exemplare dieser Trilobitenart, diesmal aus dem unteren Devon und deshalb noch etweas älter. Die beiden Gerastos habe ich Mitte April 2015 vom selben Fossilienhändler erworben. Beide Exemplare besitzten eine ähnliche Größe und sind nicht eingerollt. Wie auch die beiden ersten Exemplare, stammen diese Trilobiten aus dem südwestlichen Marokko. Die Matrix scheint beim letzten Exemplarbeschädigt worden zu sein, weil man eine Klebenaht erkennen kann.

Gerastos3Gerastos4

Beschreibung: Das ovale und wulstige Cephalon ist relativ glatt, besitzt aber winzige Noppen. Die Augen sind klein aber wohl definiert. Der Thorax besitzt 12 bis 14 Segmente mit kleinem Pygidium.

Metacryhaeus Venustus neu

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie:
Calmoniidae

Größe: 3,5 cm
Fundort: Oruro (Bolivien)
Alter: Mitteldevon, ca. 390 Millionen Jahre


MetacryhaeusVon dieser Trilobitenart aus dem Hochland von Bolivien ist nahezu nichts bekannt. Jedenfalls konnte ich nichts näheres über das Fossil im Internet in Erfahrung bringen, was für seine Seltenheit spricht. Dass es sich dabei um einen Trilobiten aus der Ordnung der Phacopida handelt, die im mittleren Devon weltweit sehr verbreitet waren, sprechen seine äußeren Merkmale. Die Größe des Cephalons sowie seine schizochroalen Augen sind hier noch am auffälligsten. Das Exemplar wurde aus seiner Matrix herausgearbeitet und befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustands. Den Trilobiten kaufte ich im Januar 2016 von einem bekannten Trilobitenhändler auf ebay.

Wolfartaspis cornutus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calmoniidae

Größe: 3,8 cm
Fundort: Belèn Formation, Sicasica, Altiplano Hochebene - Anden, La Paz (West-Bolivien)
Alter: unteres Mitteldevon (Eifelium), ca. 394 Millionen Jahre


WolfartaspisHier sehen wir ein schönes aber unvollständiges Cephalon der Trilobitenart Wolfartaspis cornutus aus dem unteren Mitteldevon von Bolivien. Dieses Belegstück dieses sehr selten vorkommende Trilobiten wurde im Jahr 2007 in den Anden und in mehr als 4.100 Meter Höhe gefunden. Trilobiten aus der Familie der Calmoniidae sind in Geoden erhalten geblieben und interessante Zeugen des Erdaltertums. Das Stück wurde Anfang Mai 2015 auf ebay für einen guten Preis erworben.

Die Größe des Cephalons beträgt 38 mm. Das deutlich erkennbare Nackenhorn misst 5 mm und ist unvollständig. Ein Auge, welches viele schizochroale Linsen zeigt, ist aber perfekt erhalten geblieben. Dagegen hat das rechte Auge, die Auffaltung der Anden nur zum Teil überstanden. Leider fehlte bei diesem Stück auch die linke Freiwange.

Lebensweise: Wolfartaspis lebte am Meeresgrund und war ein schneller Schwimmer. Es suchte den Meeresboden nach was Fressbaren ab und verschmähte auch kein Aas.

Drotops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 13 cm
Fundort: Jbel Issomour, Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Emsium), ca. 395 Millionen Jahre


DrotopsBei diesem sehr großen Phacopiden kann ich nur vermuten, dass es sich um einen Drotops handelt. Auf jeden Fall gehört der Trilobit zur Ordnung Phacopida. Es ist mein bisher größtes Exemplar aus Marokko und mit 13 cm Länge, schon von sich aus, sehr beeindruckend. Leider sind das Cephalon, die Augen und die Glabella nicht sehr gut erhalten geblieben, so dass die Bestimmung des Trilobiten schwierig wird. Es könnte sich natürlich auch um ein sehr großes Exemplar eines Phacops handeln. Drotops besitzt sehr große schizochroale Augen, so dass das Tier ein Gesichtsfeld von 360 Grad überblicken konnte. Diese interessante Trilobitengattung aus dem Devon konnte Längen von gut 20 cm erreichen (Drotops megalomaicus).
Das Fossil war Bestandteil eines Fossilien-Konvoluts, das ich im Februar 2014 auf ebay recht preisgünstig käuflich erworben habe.

Proetus granulatus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Proetidae

Größe: 2 cm
Fundort: Forum Zquid Region, Timrhanrhart Fo., Jebel Gara el Zquilma (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Oberemsium), ca. 400 Millionen Jahre


ProetusDieser hübsche Proetus aus Marokko ist vollständig erhalten und zeigt sehr viele Details und wurde August 2013 von einem Trilobitenhändler im Internet käuflich erworben. Der Trilobit ähnelt den weiter oben abgebildeten Trilobiten der Art Gerastos. So liegt der Verdacht nahe, den Trilobiten dieser Art zuzuordnen, da die wenigsten nordafrikanischen Trilobiten tatsächlich der Art Proetus zuzuordnen sind.

Beschreibung: Das Pygidium und der Kopfschild, mit großer und ausgeprägter Glabella, besitzen nahezu die gleiche Größe. Der Rumpf besteht aus 8 bis 10 Segmenten und erreicht im Schnitt 3 cm Länge. Das Cephalon ist parabelförmig mit freien runden Wangen, die sich zu kurzen Stacheln verjüngen. Besonders auffällig sind die glatte Glabella, mit großen nierenförmigen und hervorstehenden Augen, und die Spindel, die nicht bis zum Rand des Pygidiums reicht.

Lebensweise: Proetus kam vom Ordovizium bis ins Devon hinein weltweit vor und lebte bethnisch im Schelfbereich der Ozeane. Der Trilobit ernährte sich von Protozoen und organischen Partikeln.

Kayserops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Acastidae

Größe: 7,5 cm
Fundort: Atlas Gebirge, Jbel Issoumour, Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Oberemsium), ca. 402 Millionen Jahre


KayseropsBei diesem hübschen Exemplar handelt es sich wahrscheinlich um einen Kayserops, Unterart marocanensis oder megaspina, aus dem unteren Devon von Südmarokko. Den Trilobiten kaufte ich im Dezember 2014 von einem privaten Sammler im Internet für gerade einmal einen Zehner, der mir aber keine Angaben über die Art des Trilobiten bzw. den Fundort machen konnte. Bezogen auf die markanten äußeren Merkmale dieses Belegstücks, handelt es sich auf jeden Fall um einen Trilobiten aus der Familie der Acastiden Ordnung Phacopida. Leider sind bei meinem Exemplare die Augen nicht gut erhalten, die bei besser erhaltenen Exemplaren ebenfalls schizochroale Linsen aufweisen. Ein weiteres Merkmal des Trilobiten sind seine Stilaugen sowie seine sehr ausgeprägten Wangen- und Pleurenstacheln. Ich persönlich bin jedenfalls froh, ein Exemplar dieser Art zu besitzen, denn Kayserops gehört mit zu den seltensten in Marokko gefundenen Trilobiten. Gut erhaltene Exemplare sind dementsprechend teuer.

Reedops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 5,5 cm
Fundort: Atlas Gebirge, Fo Mersh (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Pragium), ca. 410 Millionen Jahre


ReedopsDieser sehr gut erhaltene und nicht restaurierte Phacopide aus dem Unterdevon von Marokko, sah ich im Sommer 2015 auf ebay. Weil ich noch keinen Reedops in meiner Sammlung mein eigene nennen konnte, kaufte ich ihn mir für einen überaus günstigen Preis. Bei diesem hübschen Exemplar, wobei es sich wahrscheinlich nicht um einen Häutungsrest handelt, sind vor allem die schizochroalen Augen, mit ihren zahlreichen runden Linsen, sehr gut erhalten geblieben. Die Unterseite des Trilobiten wurde ebenfalls etwas frei präpariert, so dass man noch Ansätze des Hypostomen erkennen kann.

Silur


443,4 bis 419,2 Millionen Jahre

Encrinurus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Encrinuridae

Größe: 1 cm
Fundort: Slite Mergel, Gotland (Schweden)
Alter: Oberes Silur, ca. 426 Millionen Jahre


Dieses schöne Handstück aus dem oberen Silur habe ich von terra-paleontologica.com im Mai 2013 käuflich erworben. Es zeigt drei sehr gut erhaltene Pygidien der Trilobitenart Encrinurus (EMMRICH, 1844) auf einer Matrix. Ebenfalls auf dem Handstück sichtbar - und ebenso gut erhalten - ist der Überrest einer Gastropode. Leider fehlen bei allen drei Exemplaren das Cephalon sowie die Glabella, was aber typisch für den Erhaltungszustand dieser Art ist.

EncrinurusEncrinurus detail

Beschreibung: Das Kopfschild trägt stilartige Augen und besitzt große Noppen sowie kurze Wangenstacheln. Das Pygidium besitzt gekrümmte Seitenlappen, läuft spitz zu und weist in der Achse mehr Segmente als der Rumpf auf.

Aulacopleura konicki

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Aulacopleuridae

Größe: [Bild I] 1,7 cm / [Bild II] 1,2 cm (Matrix 6 cm)
Fundort: Kosov Formation, Lodenice - Cernidla, Barrandium (Tschechien)
Alter: Unteres Silur (Wenlock), ca. 430 Millionen Jahre


Aulacopleura1Auf dem 1. Bild ist ein Belegstück eines Aulakopleura aus dem Wenlock von Tschechien abgebildet, das ich Mitte November 2014 von einem Fossilienhändler auf ebay käuflich erworben habe. Es zeigt einen relativ gut erhaltenen Häutungsrest des Trilobiten, wobei das Pgydium und ein Teil des rechten Cephalons fehlen. Auf der Platte selbst ist noch ein weiteres Fossil unbekannter Herkunft erhalten geblieben. Bemerkenswert ist die gelb-grüne Farbe des Trilobiten, die sehr gut mit der grau-braunen Matrix konstrastiert. Die Gattung lebte ab dem mittleren Ordovizium in Europa, Nordamerika und Afrika und starb schließlich im Mitteldevon aus. Sie umfasst recht kleine Trilobiten, die von basalen Ptychopariiden abstammen, mit einer ovalen Körperform.

Aulacopleura2Aulacopleura3

Auf auf dem 2. Bild ist ein sehr gut erhaltener Häutungsrest erhalten geblieben, der ebenfalls aus dem Wenlock von Lodenice in Tschechien stammt - diesmal sogar mit vollständigen erhaltendem Pygidium und Cephalon. Auch hier sind stäbchenförmige Strukturen auf der Matrix erhalten geblieben, die wahrscheinlich von Algen stammen, die auf dem silurischen Meeresboden lebten. Das Fossil wurde im Januar 2016 von einem bekannten Trilobitenhändler im Internet käuflich erworben.

Beschreibung: Das Cephalon ist halbkreisförmig oder leicht elliptisch. Die Glabella ist klein und tief gerillt, mit oder ohne definierten Augen. Das Cephalon besitzt einen schmalen Kantensaum Wangenstacheln, deren Spitzen bis zum 2. bis 4. Thoraxsegment reichen. Der Thorax besitzt bis zu 22 Segmente mit gerundeten Pleurenenden. Das Pygidium ist sehr klein.

Ordovizium


485,4 bis 443,4 Millionen Jahre

Ampyxina bellatula

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Trinucleida
Familie: Raphiophoridae

Größe: 1,1 cm
Fundort: Maquoketa Formation, Pike County, Missouri (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 445 Millionen Jahre


AmpyxinaDiesen klassischen Trilobiten aus dem Oberen Ordovizium von Missouri kaufte ich im Februar 2014 von einem Fossilienhändeler im Internet. Das Besondere an dieser kleinen Trilobitenart ist, dass diese dünne und besonders lange Wangenstacheln besitzen, die mehr als die doppelte Körperlänge erreichen. Die Art wird häufig in Gruppen in den ordovizischen Sedimenten der Maquoketa Formation, die nach dem gleichnamigen Fluss in Iowa benannt ist, in den US-Staaten Missouri, Wisconsin, Iowa, Illinois und Indiana gefunden.

Beschreibung: Das Cephalon ist halbkreisförmig mit deutlich hervorragender und nahezu kreisrunder Glabella. Am Cephalon schließen sich dünne und lange Wangenstacheln an. Das Pygidium ist doppelt so breit wie lang und besitzt deutlich ausgeprägte und nach hinten gebogene Pleuren. Der Thorax ist relativ kurz mit 8 bis 10 Segmenten. Die Thoraxspindel ist relativ breit und verjüngt sich zu beiden Enden.

Lebensweise: Die blinde Trilobitenart lebte bethnisch im äußeren Schelfbereich und durchflügte den tiefen Meeresboden nach etwas fressbarem.

Flexycalymene meeki

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae

Größe: 1,5 cm
Fundort: Arnheim Formation, Brown County, Ohio (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 445 Millionen Jahre


FlexycalymeneEin Exemplar der Gattung Flexycalymene aus Ohio (USA). Der Trilobit wurde professionell aus seiner Matrix herausgerarbeitet und erscheint hier vollständig eingerollt. Im Gegensatz zu den Flexiycalymeniden aus Marokko, ist die Schale deutlich besser erhalten. Der Trilobit wurde im Sommer 2013 bei einem Fossilienhändler käuflich erworben.
Flexicalymene meeki ist mit Abstand die häufigste Spezies in der Cincinnati Serie des Ordoviziums von Ohio und wird bei Fossilienhändern mitunter recht preisgünstig angeboten.

Beschreibung: Flexycalymene besitzt ein konvexes Außenskelett. Die Seitenlappen sind nach unten gebogen. Der Schwanzschild ist viel kleiner als der Kopfschild. Die Glabella ist tief gefurcht mit kleinen Augen.

Lebensweise: Der Trilobit war vermutlich ein träger Schwimmer und krabbelte vorrangig am Meeresboden umher. Durch die Anordnung der Thoraxsegmente konnte er sich bei Gefahr vollständig einrollen.

Flexycalymene ouzregi

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae

Größe: [Bild I] 4 cm / [Bild II] 10 cm / [Bild III] 3 cm
Fundort: Anti-Atlas Gebirge, Erfoud (Marokko) [Bild I & 2] /
Anti Atlas, Tiskaouine (Marokko) [Bild III]
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 450 Millionen Jahre


Flexycalymene1 Flexycalymene ouzregi gehört mitunter zu den häufigsten Trilobiten, die kommerziell bei diversen Fossilienhändlern angeboten werden. Im Anti-Atlas-Gebirge in Marokko werden die Überreste dieser Trilobitenart massenhaft in so genannte Geoden gefunden. Dementsprechend unterschiedlich ist dann auch der Erhaltungszustand. Zum Teil restauriert und geklebt, werden diese dann oft als Souvenir an die Touristen verkauft. Das kleinere Exemplar, was noch zum Teil eingerollt ist, habe ich Ende Juli 2008 am Berliner Ostbahnhof von einem Fossilienhändler erstanden. Das deutlich größere Exemplar dieser Trilobitenart (unten links), kaufte ich im Juli 2011 im Naturkundemuseum in Siegsdorf (Chiemgau). Beim kleineren Exemplar sind besonders die Augen deutlicher ausgeprägter als beim größeren Exemplar, was einen deutlich besseren Erhaltungszustand aufweist.

Flexycalymene2Flexycalymene3

Das neuste Fossil dieser Trilobitenart, ein vollständig eingerollter Flexycalymene, wurde im Januar 2016 von einem Trilobitenhändler auf ebay für einen sehr guten Preis erworben. Der Händler gab an, diesen Trilobiten in einer eigenen Exkursion im Marokko gefunden zu haben. Vollständig eingerollte Exemplare findet man übrigens deutlich seltener in den Gesteinen des Anti-Atlas. Aus diesem Grund ist dieser Trilobit auch ein ganz besonderes Stück in meiner Sammlung.

Ogyginus corndensis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Asaphida
Familie: Asaphoidae

Größe: 1,5 cm (Matrix: 3,5 cm)
Fundort: Old Tile Quarry, Upper Gilwern Hill, Near Hundred House, Powys, Wales (GB)
Alter: Mittleres Ordovozium (Darriwilium), Abbereiddian stage, Artus-Biozone,
ca. 465 Millionen Jahre


Dieses leider nicht sehr gut erhaltene Exemplar eines Ogyginus (MURCHISON, 1839), aus dem mittleren Ordovizium in Wales, kaufte ich März 2014 von einem britischen Fossilienhändler (www.neovenator.net) im Internet für einen überaus guten Preis. Leider hat sich der Kopfschild bei meinem Exemplar nicht sehr gut erhalten, so dass nur die gut ausgeprägte Glabella hervor sticht.
Ogyginus Trilobiten hatten zu Lebzeiten äußere Exoskelette. Beim Wachstum, mussten sie sich deshalb regelmäßig häuten und hinterließen ihre zu eng gewordenen Hüllen im Sediment des Meeresbodens, wo sie sich als Fossil erhalten konnten. Eingerollte Exemplare, die das echte Tier repräsentieren, findet man dagegen relativ selten. Das Zeitalter des Ordovizium wurde übrigens nach einem aus Wales stammenden keltischen Volksstamm benannt und vom britischen Geologen Charles Lapworth 1879 eingeführt, um einen alten Streit zwischen Anhängern von Adam Segwicks, der Entdecker des Kambriums, und Roderick Murchison, der Entdecker des Silurs, zu schlichten. Gesteinsschichten in Wales, die nach alter Darstellung sowohl ins Kambrium als auch in das Silur hinein reichten, wurden schließlich von Lapworth dem Ordovizium zugeordnet.

Beschreibung: Das halbkreisförmige Cephalon besitzt ein nahezu runde und hervorstechende Glabella und deutlich erkennbare großen Augen. Am Thorax sind 8 bis 12 schmale Pleuren erkennbar die aber kaum nach hinten gebogen sind und fast exakt parallel zueinander verlaufen. Das Pygidium ist relativ groß mit deutlich nach hinten weisenden 7 bis 8 Segmenten. Der Axiallappen des Thorax ist vorne deutlich breiter als am Schwanzschild und läuft spitz nach hinten aus.

Lebensweise: Vermutlich lebte diese Trilobitenart bethnisch in mittlerer Tiefe und durchsuchte den Meeresboden nach etwas fressbarem.

Ectillaenus perovalis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Illaenidae

Größe: 2,3 cm
Fundort: Whitsburn Dingle, Minsterly Shropshire, Wales (GB)
Alter: Mittleres Ordovozium, Llanvirn Didymograptus artus-Biozone, ca. 466 Millionen Jahre


Ectillaenus Dieses hübsche, fast vollständige Exemplar der seltenen Art Ectillaenus in seiner Matrix habe ich im Januar 2014 von einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Fossilien dieser Art wurden in den ordovizischen Sedimenten der Tchechischen Republik, Frankreich, Marokko, Portugal, Spanien und vor allem in Großbritannien gefunden.

Beschreibung: Das Cephalon und das etwas größere Pygidium sind halbkreisförmig. Das Cephalon ist nahezu glatt ohne klar erkennbaren Furchen mit kleinen Augen. Die Glabella ist breit und schlecht definiert. Am Thorax sind 10 engangliegende und deutlich sichtbare Pleuren erkennbar. Das Pygidium ist glatt und leicht gewölbt.

Lebensweise: Es wird vermutet, dass diese Trilobitenart Fleischfresser waren und halb begraben den Meeresboden nach etwas Fressbarem absuchten.

Kambrium


541 bis 485,4 Millionen Jahre

Olenus sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Oleanidae

Größe: 5 mm (Matrix: 3,5 cm)
Fundort: Orsten Alaunschiefer, Andrarum, Schonen (Schweden) - Fund vom Oktober 2013
Alter: unterstes Oberkambrium (Furongium, Paibium), Zone 2, ca. 497 Millionen Jahre


Olenus Der Orsten Alaunschiefer in Schweden gilt als wichtige Fossilienlagerstätte Skandinaviens und ist von seiner Bedeutung her mit dem Burgess Shale in Kanada vergleichbar. Orsten sind Kalkknollen, in denen phosphatisierte Chitinskelette von frühen Arthropoden und deren Larvenstadium aus dem Kambrium erhalten geblieben sind. Der Alaunschiefer des Oberkambriums ist ein sehr weiches Gestein. Das Urmeer im Oberkambrium muss sehr sauerstoffarm und am Meeresgrund ruhih gewesen sein. Aus abgestorbenen Organismen bildete sich Faulschlamm und daraus dann die Stinkkalke.

Die kleine Platte mit Resten des Axiallobus der Trilobitengattung Olenus war die Beigabe eines Fossils, den ich Ende Mai 2015 käuflich im Internet erworben habe. Die Trilobitenart aus dem Oberkambrium wird vor allem auf den Britischen Inseln, an der nordamerikanischen Atlantikküste, Neufundland, Skandinavien und Asien sehr häufig gefunden. Die Überreste des als typisches Leitfossil geltenen Trilobiten kommen in den dunklen Tonsteinen vor. Olenus besitzt sehr breite Pleuren, die als eien Art erweiterte Kiemen dienten. Somit konnte das Tier die maximale Menge an Sauerstoff aufnehmen.

Beschreibung: Die Glabelle ist schmal und besitzt leicht nach hinten gebogene Furchen. Die Pleuren sind schmal, nach hinten gekrümmt und spitz. Das Pygidium ist winzig.

Lebensweise: Es existieren auch Hinweise, dass Olenus in symbiotischer Beziehung mit Bakterien lebte, z.B. durch die Aufnahme von Nährstoffen, die die Bakterien produzierten, um unter diesen wiedrigen Bedingungen am Meeresboden zu überleben.

Agnostus pisiformis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Agnostidae

Größe: 5 mm (Matrix: 10 cm)
Fundort: Orsten Alaunschiefer, Kinnekulle, Västergötland (Schweden) - Fund vom Oktober 2013
Alter: oberstes Mittelkambrium (Guzhangium), Zone 1, ca. 498 Millionen Jahre


Diese hübsche Platten mit Agnostus pisiformis (LINNAEUS 1768) kaufte ich Ende Mai 2015 recht günstig im Internet. Diese nur wenige Millimeter lange augenlosen Trilobitenart findet man häufig in den skandinavischen dunklen Stinkalken (bituminöser schwarzer Kalk, der aus Faulschlamm entstand). Es stammt nach den neusten Erkenntnissen aus dem oberstes Mittelkambrium vor ca. 500 Millionen Jahren. Oft sind bei diesem Agnostiden nur eines von zwei Thoraxsegmenten, entweder Kopf- oder Schwanzschilde, erhalten geblieben. In diesem Zustand wurden sie vor allem in Skandinavien, Polen, England, Sibirien und Neufundland gefunden. Ganze Exemplare dieser Trilobitenart sind eher selten. In Deutschland sind Agnostiden vor allem als eiszeitliche Gechiebefunde bekannt. Die Trilobitenart gilt als Leitfossil an der Grenze vom Mittel- zum Oberkambrium, was stratigraphisch in der Paläontologie als Agnostus-pisiformis-Zone bezeichnet wird. Die Überreste dieser Trilobiten tauchen in den skandinavischen Stinkkalken so häufig auf, dass sie gesteinsbildend auftreten. Des Weiteren lässt sich aus den Stinkkalken des Orsten Alaunschiefers mit Säure phosphatisierte Microfossilien von Trilobitenlarven herauslösen, die feinste Körperstrukturen zeigen.

AgnostusAgnostus

Beschreibung: Der Thorax ist schmal und besitzt nur zwei Segmente, die an den Enden Ringe bilden. Das hufeisenförmige Cephalon ist glatt, mit breitem Saum, und zeigt eine Saumfurche. Der Frontallobus ist klein und rundlich. Die Basalloben neben der Glabella sind klein und dreieckig. Die Tuberkel befinden sich vor der Mitte der Glabella, die vorne durch eine Querfurche geteilt wird.

Lebensweise: Agnostiden konnte ihren Panzer nicht völlig aufklappen. Sie verbrachten ihr Dasein im eingeklappten Zustand und ließen nur einen Spalt am Panzer offen, ähnlich den heute lebenden Muschelkrebsen. So waren sie von allen Seiten durch ihren Panzer gerschützt. Entweder waren sie planktonische Besiedler oder lebten am sauerstoffarmen Meeresgrund.

Cedaria minor

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Raymondinidae

Größe: 1,5 cm
Fundort: Weeks Formation, Millard County, Utah (USA)
Alter: Oberes Mittelkambrium (Guzhangium), ca. 501 Millionen Jahre


CedariaDieses schöne Exemplar eines Cedaria minor (WALCOTT, 1916) kaufte ich Ende Juli 2015 von einem Fossilienhändler auf ebay. Es stammt aus dem oberen Mittelkambrium von Utah, was lokalstratigraphisch aber schon zum Oberkambrium (Dresbachium) zählt. Das Dresbachium (501 bis 497 Millionen Jahre) ist eine Typenlokalität in Nord Amerika und wird in 4 Trilobitenzonen definiert. Es überschneidet sich mit den folgenden ICS-Stufen des Kambriums: Guzhangium, Paibium und dem untersten Teil des Jiangshanium. Cedaria gehört zur 1. Trilobitenzone und ist somit ein typisches Leitfossil für das untere Dresbachium.

Der Trilobit ist im feinen gelb-rötlichen Kalkstein der Weeks Formation sehr gut erhalten geblieben, was wahrscheinlich durch die Symbiose mit Bakterien zurückzuführen ist. Wie die Trilobiten der Gattung Elrathia, besaß Cedaria bereits Augen, die auf dem Foto deutlich zu erkennen sind. Typisch für die Vertreter dieser Gattung sind auch die ausgeprägten Wangenstacheln mit einem deutlichen und breiten Cephalonsaum. Leider ist bei meinem Exemplar die Glabella etwas beschädigt und das Pygidium leicht perforiert.

Beschreibung: Cedaria sind kleine und flache Trilobiten, die einen ovalen Körperumriss zeigen. Das Cephalon und das Pygidium sind annähernd gleich groß. Der Thorax besitzt 7 Pleuren, die in kurzen Pleurenstacheln enden und sich nach hinten biegen. Die Wangenstacheln am Cephalon ereichen ungefähr die halbe Länge des Trilobiten. Der gut definierte zentrale Bereich der Glabella verjüngt sich leicht nach vorn. Die laterale Furch ist schwach definiert. Die Freiwangen sind flach.

Lebensweise: Cedaria sind relativ kleine Vertreter der Trilobiten und durchwühlten, ähnlich wie Elrathia, den schlammigen Meeresboden nach was fressbarem.

Asaphiscus wheeleri

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Asaphiscidae

Größe: 4 cm
Fundort: Marjum Formation, Wheeler Shale, House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre


Asaphiscus Es hat lange gedauert, bis ich ein günstiges Exemplar der Art Asaphiscus fand. Dieses nicht ganz vollständige Exemplar der Trilobitenart aus dem mittleren Kambrium kaufte ich im Sommer 2014 von einem zuverlässigen Fossilienhändler zu einem sehr guten Preis. Wirklich vollständige Überreste der Trilobiten werden relativ selten gefunden. Oft fehlen die Freiwangen am Cephalon, so auch bei diesem Exemplar. Des Weiteren besitzt Asaphiscus Ähnlichkeiten mit der im Wheeler Shale häufig vorkommenden Art Elrathia. Im Gegensatz zu Elrathia, ist der Schwanzschild von Asaphiscus deutlich größer und ausgeprägter.

Beschreibung: Asaphiscus besitzt ein ausgeprägtes Pygidium mit eine relativ breiten Saum. Das Cephalon ist sehr breit. Die Glabella ist oval und gewölbt. Der Thorax besitzt 13 Segmente mit breiten Lappen.

Lebensweise: Wahrscheinlich war diese Trilobitenart, aufgrund seiner, für die Ordnung ungewöhnlichen, vorhandenen Augen ein Fleischfresser. Es wird vermutet, dass er ein schneller Schwimmer war.

Bolaspidella sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Menomoniidae

Größe: 0,5 cm - 1 cm
Fundort: Marjum Formation, Wheeler Shale, House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre


Auf dieser hübschen Platte aus der Marjum Formation in Utah sind gleich 5 Trilobiten der Art Bolaspidella abgebildet. Das schöne Stück kaufte ich November 2013 im Internet. Bolaspidella besitzt auffällige Ähnlichkeiten mit Elrathia (siehe oben). Im Gegensatz zu Elrathia wurden diese Trilobiten nur bis zu 1 cm groß.

Bolaspidella1Bolaspidella2

Beschreibung: Das Cephalon ist deutlich breiter im Verhältnis zum Thorax und besitzt dreieckige Wangenstacheln und kurze, zentrale Augen. Die Glabella ist oval. Der Thorax besitzt 13 Segmenet mit breiten Lappen. Das Pygydium ist im Verhältnis zum Thorax winzig.

Bolaspidella3Bolaspidella4

Die blinden Trilobiten der Art Bolaspidella sind wichtige Leitfossilen des mittleren Kambriums der 3. Serie und durchwühlten den Meeresboden nach etwas fressbarem.

Elrathia kingii

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Alokistocaridae

Größe: [Bild I] 3,5 cm / [Bild II] 1,5 cm / [Bild III] 2,5 cm / [Bild IV] 2,2 cm / [Bild V] 1,8 cm

[Bild VI] 1,5 cm & 1 cm / [Bild VII] 1,5 cm
Fundort: Wheeler Formation, Juab County Utah/USA
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre


Elrathia1Diese Trilobitenart ist eines meiner ersten Fossilien, die ich überhaupt käuflich erworben habe. Dabei handelt es sich um die Trilobitenart Elrathia kingii, einer der häufigsten Trilobiten Nordamerikas. Diese Urzeitkrebse werden in sehr großen Mengen in der Wheeler Formation in Utah, als hervorragend erhaltene Fossilien, gefunden. Das rechts abgebildete große Exemplar habe ich im Jahr 2004 in Mittenwald (Bayern), in einem Mineralien- und Fossilienladen, käuflich erworben. Der Trilobit wurde aus seiner Matrix gelöst und ist sehr gut erhalten. Alle Einzelheiten des Körpers sind gut erkennbar.

Im Jahr 2009 besuchte ich in meinem Sommerurlaub abermals die kleine Stadt Mittenwald. Sogleich stattete ich dem besagten Mineralien- und Fossilienladen einen Besuch ab und fand diese beiden hübschen Exemplare der selben Art. Der Trilobit, der noch in seiner Matrix eingebettet ist, hat eine Größe von gut 1,5 cm. Bei diesem Trilobiten erkennt man sogar noch seine nach hinten verlaufenenden Wangenstacheln an der Glabella. Das rechte Exemplar besitzt eine Größe von 2,5 cm, so dass es das größte Stück dieser Trilobitenart in meiner Sammlung darstellt.

Elarathia3Elrathia3

Auf den Bildern 4 und 5 sind zwei weitere Exemplare abgebildet, die im Jahr 2014 recht preisgünstig im Internet ersteigert wurden. Bei dem einen Trilobiten, der ursprünglich in einer lockeren Matrix eingeschlossen war, scheint das untere Segment des Thorax wie abgetrennt. Beim kleinsten Exemplar fehlt hingegen ein Teil des linken Kopfschildes.

Elarathia4Elrathia5

Im Winter 2016 ersteigerte ich ebenfalls von einem bekannten Fossilienhändler auf ebay diese beiden Belegstücke. Die Trilobiten sind ebenfalls noch in dem grauen Gestein eingschlossen. Auf dem einen Stück sind sogar zwei vollständige Trilobiten vorhanden, wobei bei dem kleineren ein Teil des Kopfschildes von anderen Schalenteilen überlagert wird. Des Weiteren erkennt man in der Matrix noch ein Fragment eines Agnostiden. Im Gegenzug ist das andere Exemplar, für einen kleinen Trilobiten, außergewöhnlich gut erhalten.

Elarathia6Elrathia7

Beschreibung: Elrathia kingii hat einen zum Rumpf vergleichsweise kleine Kopf. Die Glabella ist blumentopfförmig, trägt kleine zentrale Augen und kurze dreieckige Wangenstacheln. Entlang des Thorax sind 13 Segmente mit breiten Lappen angeordnet, die kurze dornige Enden aufweisen. Der Schwanzschild ist doppelt so breit wie lang und hat eine deutliche Mittelachse.

Lebensweise: Elrathia lebte wahrscheinlich in Schwärmen im äußeren Schelfbereich und durchforstete den schlammigen Meeresboden nach etwas Fressbarem.

Itagnostus interstrictus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Peronopsidae

Größe: 6 - 8 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre


ItagnostusHier ist eine hübsche kleine Platte der Gattung Itagnostus aus dem mittleren Kambrium von Utah. Die Platte wurde im August 2013 von einem amerikanischen Fossilienhändler zu einem sehr günstigen Preis erworben. Abgebildet sind gleich 3 Exemplare der bekannten blinden Trilobitenart aus der Wheeler Shale Formation von Utah. Früher wurde diese Art als Peronopsis Interstricta bezeichnet.

Beschreibung: Zur Ordnung Agnostida gehören winzige Trilobiten von 6 bis 10 mm Länge mit zwei oder drei Körperringen und nahezu gleich aussehenden Cephalon und Pygidium. Peronopsis besitzt eine auffällige kugelige Glabella mit rechteckigen Stirnlappen, Gesichtsnähte und Augen fehlen vollständig. Das Pygidium besitzt eine relativ lange Spindel, die Pleuren enden halbkreisförmig.

Lebensweise: Agnostiden gab es vom Unterkambrium bis in das Ordovizium hinein und waren weltweit verbreitet. Sie kommen vor allem in den mittelkambrischen Schichten von Europa, Asien, Nordamerika und Australien sehr häufig vor. Sie lebten auf dem Meeresboden tiefer Meere und durchflügten den Meeresboden nach etwas nahrhaftem.

Ptychagnostus cuyanus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Ptychagnostidae

Größe: 5 - 9 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre


Auf dieser rechteckigen Platte sind gleich mehrer Exemplare und Fragmente der Trilobitenart Ptychagnostus cuyanus aus dem mittleren Kambrium von Utah abgebildet. Das größte Exemplar misst dabei 0,9 cm. Die Platte wurde speziell behandelt, damit sich die Trilobiten gut vom Hintergrund abheben.

Ptychagnostus1Ptychagnostus2

Der Originalzustand der Platte ist auf der Rückseite erhalten, wo ebenfalls noch 2 Trilobiten (Positiv/Negativabdruck) der selben Art abgebildet sind. Das Stück wurde im August 2013 auf ebay ersteigert. Die Trilobiten ähneln Peronopsis im Aussehen und in der Lebensweise (siehe oben).

Ptychagnostus2Ptychagnostus2

Ptychagnostus gehört zur Ordnung Agnostida, die sehr kleine blinde Trilobiten umfasst, die nicht größer als 10 mm wurden. Wegen der geringen Anzahl an Rumpfsegmenten, konnten Agnostiden sich nicht komplett einrollen. Agnostiden lebten vom unteren Kambrium bis ins Ordovizium von Europa, Asien, Nordamerika und Australien.

Ptychagnostus atavus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Peronopsidae

Größe: 7 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre


Ptychagnostus Auf dieser kleinen Platte ist ein weiterer Agnostide aus dem mittleren Kambriums von Utah abgebildet und wurde im März 2014 von einem Fossilienhändler im Internet für einen günstigen Preis erworben. Ptychagnostus atavus ist ein typisches Leitfossil in der Wheeler Shale Formation und markiert den Global Boundary Stratotype Section and Point (GSSP) d.h. den chronostratigraphischen Referenzpunkt der Drumium Stufe in der 3. Serie des Kambriums. Der GSSP wurde deshalb in den Drum Mountains in Utha (USA) festgelegt. Das Drumium begann vor 504,5 Millionen mit dem Erstauftreten der hier als Fossil erhaltenen Trilobitenart und endete vor 500,5 Millionen Jahre mit dem Guzhangium.

Ptychagnostus gibbus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Ptychagnostidae

Größe: 5 mm (Matrix: 5 cm)
Fundort: Exsulans Kalkstein, Brantevik, Schonen (Schweden) - Fund vom Oktober 2012
Alter: Mittleres Kambrium (unteres Drumian), ca. 505 Millionen Jahre


PtychagnostusDiese kleine Belegstück aus Schweden war eine kleine Beigabe aus einem Fossilienkauf, den ich Ende Mai 2015 auf ebay getätigt hatte. Auf dem Stück schwarzen Kalksteins sind zahlreiche (leider unvollständige) Reste von Agnostiden abgebildet. Die Art Ptyxhagnostus gibbus (LINNARSSON 1869) lebte rund eine Millionen Jahre vor der Agnostiden-Art atavus und gilt deshalb im skandinavischen Geschiebe als Leitfossil für das mittlere Kambrium. Das verschwinden der Trilobitenart liegt zeitlich direkt an der Grenze zwischen dem Beginn des Drumium und dem Ende der 3. noch unbenannten Serie des Kambriums in der Erdgeschichte.

Maotunia sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Proasaphiscidae

Größe: [Bild I] 0,9 cm / [Bild II] 0,5 cm
Fundort: Zhangxia Stufe, Mantou Formation, Feixian, Shangdong Provinz (China)
Alter: Mittelkambrium (Zhangxian, 3. Serie, 5. Stufe), ca. 509 Millionen Jahre


Maotunia3 Bei diesem interessante aus China stammenden Trilobiten handelt es sich um ein Exemplar der Gattung Maotunia, den ich im Sommer 2015 auf ebay käuflich erworben habe. Auf dem zweiten Belegstück, das kostenfrei beigelegt wurde, ist nur ein Pygidium der selben Gattung abgebildet. Des Weiteren gibt es einige Cephalon-Abdrücke von weiteren Trilobiten, wobei ich nicht sicher sagen kann, ob es sich dabei um die gleiche Gattung handelt.
Erst vor wenigen Jahren wurde in der nordchinesischen Mantou Formation Weichtierfossilien entdeckt. Dieser Trilobiten entstammen aus den exakt gleichen grünen Schieferschichten, die auch Weichtierfossilien enthalten. Sie sind damit älter als die berühmt gewordenen Funde im Burgess-Schiefer in Kanada.

Maotunia1Maotunia2

Beschreibung: Die Glabella ist groß mit deutlichen Glabellafurchen und großen Augen. Der Thorax besitzt 9 Segmenet. Das Pygidium ist klein, mit breiteren Pleuren und mit einer kleineren Furche am Rand.

Lebensweise: Die blinde Trilobitenart lebte bethnisch im Sediment begraben.

Conocoryphe

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Conocoryphidae

Größe: [Bild I] 4,8 cm (C. cirina) / [Bild II] 3,6 cm (C. sulzeri)
Fundort: Rejkovice, Tschechien (C. cirina) / Jince, Tschechien (C. sulzeri)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre


Diese interessante Platte (Bild 1) eines kambrischen Trilobiten wurde im Juni 2013 käuflich erworben und zeigt einen besonders großes Exemplar der Art Conocoryphe cirina. Leider ist das Cephalon nicht vollständig: Der linke Wangenteil fehlt. Trotzdem gehört dieser Trilobit zu den schönsten, ältesten und größten Exemplaren in meiner Sammlung.

Conocoryphe cirinaConocoryphe sulzeri

Das neuste Exemplar in meiner Sammlung (rechtes Bild) gehört zur Art Conocoryphe sulzeri. Das Pygidium ist hier noch teilweise in der Matrix eingeschlossen. Das Cephalon ist deutlicher ausgeprägt als bei dem linken Exemplar der Unterart cirina. Das Fundstück wurde im Juli 2013 vom selben Händler käuflich erworben.

Beschreibung: Das Kopfschild (Cephalon) ist halbkreisförmig und breit und besitzt keine Augen. Die Glabella ist kegelförmig. Der Thorax besteht aus 14 bis 17 Segmenten mit leicht nach hinten gebogenen Pleuren. Das Pygidium ist klein und besitzt nur wenig Segmente.

Lebensweise: Die Art Conocoryphe war ein blinder Trilobit, der sich in den schlammigen Meeresgrund eingrub.

Ellipsocephalus hoffi

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae

Größe: max. 2,4 cm
Fundort: Jince Formation, Barrandium (Tschechien)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre


Ellipsocephalus1 Das auf dem 1. Bild sichtbare schöne Handstück aus dem Barrandium der Tschechischen Republik beinhaltet gleich mehrere positiv und negativ Abdrücke bzw. Trilobitenreste der Art Ellipsocephalus hoffi (SCHLOTHEIM 1823). Ellipsophalus gehört zur häufigsten Trilobitenart aus der Region Jince und wurde schon 1823 vom deutschen Paläontologen Schlotheim als einer der ersten Trilobiten überhaupt beschrieben. Das Stück wurde von Fossnet.de im Frühling 2013 käuflich erworben.
Auch das zweite, weitere unten, abgebildete Handstück derselben Trilobitenart zeigt zwei Positiv- und einige Negativabdrücke in der Matrix. Es wurde im Sommer 2013 im Internet käuflich erworben. Auch dieses interessante Stück stammt aus Jince in der Tschechischen Republik.

Ellipsocephalus2Ellipsocephalus3

Beschreibung: Die blinde Trilobitenart ist einer der häufigsten Fossilien des mittleren Kambriums. Besonders ihr halbkreisförmiges wenig gegliedertes Cephalon, mit glatter Gabella, den abgerundeten Wangen sowie den 12 bis 15 Thoraxsegmenten mit kurzem und schmaler werdenden Pygidium, sind auffällig und typisch für diese Trilobitenart.

Ellipsocephalus4Ellipsocephalus5

Lebensweise: Ellipsocephalus hatten eine bethnische Lebensweise und sind möglicherweise auch geschwommen.

Paradoxides graciles

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Familie: Paradoxidae

Größe: 5,0 cm
Fundort: Jince Formation, Barrandium (Tschechien)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre


ParadoxidesBei Paradoxides handelt es sich um die größte Trilobitenart des Kambriums. Einige Exemplare, z.B. die Art Paradoxides davidis, erreichten Längen von 70 cm. Auch bei diesem nicht ganz vollständigen Exemplar, das ich Anfang Mai 2014 kaufte, habe ich lange suchen müssen, da die Trilobiten zum Teil zu horrenden Preisen im Internet angeboten werden. Bei meinem recht günstig erworbenen Exemplar fehlt leider vollständig das Cephalon und das Pigydium.
Paradoxides graciles war im Mittleren Kambrium in den Sedimenten von Europa, Nordamerika und Nordafrika weit verbreitet und erreichten Größen bis zu 30 cm.

Beschreibung: Die Glabella ist deutlich durch Querfurchen geteilt, birnenförmig, breit und aufgebläht mit gut entwickelten Augen. Das Cephalon ist groß und besitzt zwei seitlich lange Wangenstacheln. Der Thorax ist in 13 bis 21 Segmenten unterteilt, deren Pleuren säbelartig nach hinten gekrümmt sind und in kleinen Stacheln auslaufen. Das Pygidium ist klein mit segmentierter kurzer Spindel und wird mit zwei seitlichen Stacheln weit nach hinten überragt.

Lebensweise: Die Trilobiten lebten auf schlammigen Boden des Schelfbereichs und sind vermutlich auch geschwommen.

Acadoparadoxides briareus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Familie: Paradoxididae

Größe: 33 x 25 cm (Matrix: 41 x 30 cm)
Fundort: Jbel Wawrmast Formation, Cephalopyge notabilis-Zone, östlicher Anti-Atlas,
Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre


AcadoparadoxidesDieser gigantische Acadoparadoxides (GEYER, 1993) ist mit Abstand der größte Trilobit in meiner Sammlung. Er stammt aus dem Mittleren Kambrium von Marokko und ich kaufte ihn im Sommer 2014 für etwas über 100 ? von einer Privatperson auf ebay. Natürlich besteht die Gefahr bei dieser Art von Trilobit auf eine Fälschung hereinzufallen, weil die großen marokkanischen Paradoxiden sehr oft gefälscht werden. Mein Exemplar ist allerdings zum größten Teil ein Original. Der restaurierte Anteil beträgt nur rund 20%. Ein deutlicher Hinweis auf eine Restauration ist die die rechte Freiwange am Cephalon. Die linke Freiwange scheint mehr oder weniger authentisch zu sein. Außerdem wurde wenige Teile am Thorax und Pygidium höchst wahrscheinlich restauriert. Die orange bis ockerfarbene Färbung des Trilobiten rührt aber durch die Oxidation von Eisen-Pyrit her.
Die Ordnung Redlichiida sind eine von vier ältesten Trilobitenordnungen, die bereits im Unterkambrium weltweit auftraten und noch vor dem Ende des Mittelkambriums ausstarben. Die Trilobiten dieser frühen Ordnung haben eine mehr oder weniger primitive Erscheinungsbild und gehörten mit zu den größten Trilobiten die je auf der Erde existiert haben. Die Gattung Acadoparadoxides erreichte mitunter Längen von bis 45 cm!

Beschreibung: Das Cephalon ist groß und halbkreisförmig mit einer langgestreckten und deutlich segmentierten Glabella. Die vom Cephalonrand ausgehenden Wangenstacheln sind lang und spitz. Die Rostalplatte ist breit. Die Augen sind länglich und sichelförmig und stehen heraus. Der Thorax, mit spitzen Pleuren, besteht aus vielen Segmenten, deren Länge in Richtung des Pygidiums abnehmen. Das Pygidium ist winzig und besteht nur aus wenigen Segmenten.

Lebensweise: Im Gegensatz zu den meisten Trilobiten konnte sich Acadoparadoxides nicht einrollen. Die Art lebte bethnisch und carnivorisch auf dem Meeresboden.

Homatolenus sp. (?) neu

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie:
Ellipsocephalidae

Größe: 2,0 cm
Fundort: Tonracht (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre


homatolenusDieser recht selten angebotene Trilobit aus den Schichten des mittleren Kambrium von Marokko, kaufte ich im Januar 2016 von einem Trilobitenhändler auf ebay. Die Zuordnung dieses hübschen und fast vollständig erhaltenen Belegstücks zur Art Homatolenus ist aber mit großen Unsicherheiten behaftet, da man auch im Internet recht wenig über diese Trilobitenart in Erfahrung bringen kann. Es könnte sich daher auch um einen Protolenus, die deutlich häufiger von diversen Fossilienhändlern angeboten werden, handeln. Aufgrund seiner äußeren Merkmale, kann man den Trilobiten zur Familie der Ellipsocephalidae einordnen.
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae

Größe: 2,8 cm
Fundort: Tahhoucht, Jebel Ougnate (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre


Kingaspis Dieser recht seltene, aber nicht sehr gut erhaltene Trilobit in meiner Sammlung gehört zur Gattung Kingaspis und stammt aus Marokko. Den Trilobiten kaufte ich im Oktober 2014 von einem Fossilienhändler im Internet. Kingaspis ähnelt vom äußeren her sehr Ellipsocephalus, die zu den häufigsten Trilobiten aus dem mittleren Kambrium der Tschechischen Republik zählen. Die Gattung Kingaspis hingegen besitzt zwei ausgeprägte Wangenstacheln am Cephalon, die bei meinem Exemplar andeutungsweise noch vorhanden sind, sowie zwei Rumpfstacheln am Kopf und am Schwanzschild.

Beschreibung: Die runde Glabella besitzt kaum sichtbare Nähte oder Furchen. Das konkav geformte Cephalon trägt ausgeprägte Wangenstacheln, die aber selten erhalten sind. Der Thorax besteht aus 12 bis 15 Segmenten. Das Pygidium ist sehr klein.

Lebensweise: Ähnlich wie Ellipsocephalus, lebte Kingaspis bethnisch am schlammigen Meeresboden und ernährte sich wahrscheinlich von Aas.

Changaspis elongata

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Oryctocephalidae

Größe: [Bild I ] 0,9 cm / [Bild II] 1,6 cm (Matrix: 3,0 x 3,3 x 1,6 cm)
Fundort: Tsanglangpu Stage, Balang Formation, Hunnan Provinz, Guizhou (China) [Bild I]
Balang Formation, Hunnan Provinz, Paiwu (China) [Bild II])
Alter: Oberes Unterkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 514 Millionen Jahre


Das 1. Exemplar dieses hübschen kleinen Trilobiten aus Balang/China kaufte ich im Sommer 2013 von einem niederländischen Fossilienhändler im Internet. Das Exemplar gehört zu den ältesten Trilobiten in meiner Sammlung und wird auf Fossilienbörsen für ein paar Euro recht häufig angeboten. Bemerkenswert ist die sehr gute Erhaltung des Trilobiten aus dem unteren Kambrium. Nahezu alle Details in der Schale, besonders die langen auffälligen Pleurenstacheln, sind sehr gut erhalten, was beweist, dass das Sediment sehr feinkörnig war. Auch beim 2. Exemplar eines Changaspis elongata (Lee in CHIEN 1961) liegt noch eine gute Schalenerhaltung vor. Der Kontrast zur Matrix ist hier aber nicht so deutlich ausgeprägt wie beim 1. Trilobiten. Das Fossil, was deutlich größer als das 1. Exemplar ist und im Allgemeinen recht selten angeboten wird, kaufte ich Anfang Januar 2016 von einem bekannten Trilobitenhändler auf ebay.

Changaspis1Changaspis2

Beschreibung: Changaspis besitzt eine breites Cephalon mit langer Glabella an denen sich gut ausgeprägte Wangenstacheln befinden. Die Augen sind lang. Das Hypostom ist mit der Rostalplatte verschmolzen. Der Thorax besitzt bis zu 12-14 Segmente mit ausgeprägten Pleurenstacheln. Das Pygidium ist relativ lang und stachelig.

Lebensweise: Die blinde Trilobiten der Art Changaspis lebten bethnisch im Sediment begraben.

Duyunaspis duyunensis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Oryctocephalidae

Größe: 0,6 cm (Matrix: 5,2 cm)
Fundort: Balang, östliche Ghuizhou Provinz (China)
Alter: Oberes Unterkambrium, Duyunian (2. Serie, 3. Stufe), ca. 516 Millionen Jahre


DuyunaspisHier haben wir eine schöne Stufe mit einem Duyunaspis aus dem Unterkambrium von Balang (China). Das wurde im April 2015 auf ebay käuflich erworben. Diese Trilobitenart wird relativ selten angeboten. Gleichzeitig gehört Duyunaspis zum kleinsten Trilobiten in meiner Sammlung. Trotzdem haben sich alle äußerlichen und besonders filigranen Merkmale wunderbar im Sediment erhalten. In der 3. Stufe der 2. Serie des Unterkambriums, vor 521 Millionen Jahren, tauchten die ersten Trilobiten auf der Erde auf, so dass Duyunaspis mit zu den ältesten Arten gehört. Die Ordnung Corynexochida kam noch bis in Mitteldevon hinein vor, Duyunaspis starb aber schon im Mittelkambrium vor 513 Millionen Jahren aus.

Beschreibung: Der mittlere Bereich der Glabella ist länglich mit deutlich sichtbaren Nähten. Das Cephalon ist pilzförmig. Die Thoraxsegmente zeigen deutlich nach hinten in Richtung Pygidium. Der Thorax besteht aus 7 bis 8 Segmenten. Das Pygidium ist eher klein und unauffällig.

Lebensweise: Vermutlich lebte Duyunaspis bethnisch am schlammigen Meeresboden und ernährte sich wahrscheinlich von Aas.
ÄLTER